08 June 2026, 10:14

100.000-Euro-Strafe für Meta: Gericht verurteilt Verzögerung bei Löschung falscher Kriegsverbrecher-Vorwürfe

Strafe von 100.000 Euro

100.000-Euro-Strafe für Meta: Gericht verurteilt Verzögerung bei Löschung falscher Kriegsverbrecher-Vorwürfe

Ein deutsches Gericht hat Meta zu einer Strafe von 100.000 Euro verurteilt, weil das Unternehmen falsche Vorwürfe gegen einen im Gazastreifen eingesetzten Soldaten nicht gelöscht hatte. Die Beiträge, in denen er fälschlich als Kriegsverbrecher bezeichnet wurde, blieben trotz einer Löschanordnung mehr als zwei Wochen lang online.

Der Fall begann, als im frühen Jahr 2026 auf Facebook falsche Behauptungen über den Soldaten veröffentlicht wurden. Sein vollständiger Name und ein Foto von ihm wurden zusammen mit den Vorwürfen von Kriegsverbrechen verbreitet. Am 23. März 2026 ordnete die Presskammer des Landgerichts Frankfurt an, dass Meta die Beiträge umgehend entfernen müsse.

Meta kam der Anordnung jedoch nicht nach. Die schädlichen Inhalte blieben bis zum 8. und 10. April 2026 online. Das Unternehmen argumentierte später, interne Verzögerungen – darunter auch Sprachbarrieren – hätten die Verzögerung verursacht. Das Gericht sah in diesen Erklärungen jedoch eine Verschärfung der Verantwortung Metas, nicht etwa eine Entschuldigung.

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Am 28. Mai 2026 erließ das Gericht sein endgültiges Urteil (Aktenzeichen: 2-03 O 128/26). Es stellte fest, dass Metas Untätigkeit besonders schwerwiegend war, angesichts der Schwere der falschen Vorwürfe. Die Strafe von 100.000 Euro spiegle die systematische Nachlässigkeit des Unternehmens und den angerichteten Rufschaden für den Soldaten wider. Meta hat nun zwei Wochen Zeit, um gegen das Urteil mit einer sofortigen Beschwerde vorzugehen.

Die Entscheidung des Gerichts unterstreicht die rechtlichen Konsequenzen, die Plattformen drohen, wenn sie die Löschung von Inhalten verzögern. Meta muss nun entweder die Strafe zahlen oder das Urteil innerhalb der gesetzten Frist anfechten. Der Fall setzt einen Präzedenzfall dafür, wie Plattformen mit diffamierenden Beiträgen umgehen müssen, die persönliche Daten enthalten.

Quelle