20 Jahre Informationsfreiheitsgesetz: Transparenz unter Beschuss
Deutschlands Informationsfreiheitsgesetz (IFG) besteht nun seit zwei Jahrzehnten. Das Gesetz gibt Bürgerinnen und Bürgern das Recht, Behördenakten anzufordern und einzusehen. Doch trotz seiner Erfolge sieht sich das Gesetz wachsender Herausforderungen und Gegenwehr ausgesetzt.
Seit seiner Einführung hat das IFG schwerwiegende Fälle von Fehlverhalten aufgedeckt. Eine Untersuchung zeigte, dass der Regierungsbeamte Wolfram Weimer trotz öffentlicher Dementis weiterhin in seinem Privatunternehmen aktiv war. Ein weiterer Fall enthüllte, wie eine NGO mit Verbindungen zum ehemaligen Politiker Armin Laschet Millionen an Steuergeldern erhielt – ohne ausreichende Kontrolle.
Das Gesetz brachte zudem fragwürdige Absprachen zwischen einer Regierungssprecherin und der PR-Abteilung eines Privatunternehmens ans Licht. Organisationen wie FragDenStaat nutzen das IFG wöchentlich, um verborgenen Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen. Doch Behördensperren zwingen Antragstellende oft, juristische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um an Dokumente zu gelangen.
Die Zukunft des IFG ist ungewiss. In Berlin wurde das Gesetz bereits abgeschwächt, und es gab Versuche, es komplett abzuschaffen. Der CDU-Politiker Philipp Amthor trieb während der Koalitionsverhandlungen dessen Abschaffung voran. Zwar blockierte die SPD den Vorstoß, doch ihre langfristige Haltung bleibt unklar.
Das IFG hat in den vergangenen 20 Jahren seinen Wert unter Beweis gestellt, indem es Transparenzdefizite der Regierung aufdeckte. Doch anhaltender politischer Druck und Bestrebungen, es zu schwächen, gefährden seine Wirksamkeit. Ohne stärkeren Schutz könnte die Fähigkeit des Gesetzes, Behörden zur Rechenschaft zu ziehen, weiter schwinden.






