02 April 2026, 00:38

Agroforstwirtschaft könnte Niedersachsens Äcker revolutionieren – doch Hindernisse bleiben

Ein Bewässerungssystem auf einem grünen Feld mit einer Eisenrahmenkonstruktion im Vordergrund und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Agroforstwirtschaft könnte Niedersachsens Äcker revolutionieren – doch Hindernisse bleiben

Eine neue Studie zeigt, dass nahezu das gesamte Ackerland in Niedersachsen für Agroforstwirtschaft geeignet wäre – ein Ansatz, der Bäume mit Ackerbau oder Viehzucht kombiniert. Die Region, bekannt für ihre vielfältigen Landschaften von den Harzer Bergen bis zum Wattenmeer, steht vor wachsenden Herausforderungen durch die intensive Landwirtschaft. Probleme wie Nitratbelastung, Bodenerosion und der Verlust der Artenvielfalt machen alternative Methoden zunehmend dringender.

Niedersachsens Agrarflächen leiden seit Jahren unter den Folgen der intensiven Bewirtschaftung. Nitrat- und Pestizidbelastung in Gewässern, degradierte Böden und schrumpfende Lebensräume für Wildtiere sind weit verbreitet. Besonders erosionsgefährdete Flächen und Felder, die extremen Temperaturen ausgesetzt sind, bieten laut der Studie das größte Potenzial für Agroforstwirtschaft.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Untersuchung hebt die vielfältigen Vorteile von Gehölzstreifen zwischen Ackerkulturen hervor. Bäume und Sträucher filtern Nitrate aus Boden und Wasser, binden Kohlenstoff und schaffen Rückzugsorte für Vögel und Insekten. Fast ein Drittel der Ackerflächen in der Region könnte von diesen Effekten profitieren – in Schutzgebieten sind jedoch zusätzliche Prüfungen vor Veränderungen notwendig.

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse bleiben Hindernisse. Viele Betriebe bewirtschaften gepachtetes Land, was langfristige Investitionen in Agroforstwirtschaft riskant macht. Hohe Anfangskosten und unsichere Erträge bremsen die Umsetzung zusätzlich. Förderprogramme sollen bis zu 6.750 Hektar neue Gehölzflächen unterstützen – bei einer zehnprozentigen Bepflanzungsrate entspräche dies 67.500 Hektar Agroforstwirtschaft. Pilotprojekte wie ein 8,5 Hektar großes Edelkastanien-System sind für Ende 2025 geplant.

Bei flächendeckender Einführung könnte die Agroforstwirtschaft die Klimaresilienz stärken, die Wasserqualität verbessern und Ökosysteme wiederherstellen. Die Methode bietet eine Möglichkeit, Produktivität und Umweltschutz in einer unter Druck stehenden Region in Einklang zu bringen.

Die Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Agroforstwirtschaft die Landwirtschaft in Niedersachsen grundlegend verändern könnte. Durch die Integration von Bäumen in Äcker ließen sich Umweltbelastungen reduzieren, Böden regenerieren und Lebensräume für Wildtiere erhalten. Der nächste Schritt hängt davon ab, finanzielle und rechtliche Hürden zu überwinden, um aus dem Potenzial Wirklichkeit werden zu lassen.

AKTUALISIERUNG

New Partnership Aims to Boost Agroforestry in Niedersachsen

A major international collaboration has emerged to address agricultural challenges in Lower Saxony. On 31 March 2026, the Eastern Cape MEC signed a Memorandum of Understanding with Lower Saxony's agriculture ministry to advance:

  • Agricultural development and infrastructure
  • Research and technology for sustainable practices
  • Human capacity training for farmers

This partnership directly supports the region's push for agroforestry solutions to combat nitrate pollution and biodiversity loss.