14 April 2026, 02:18

Apothekerkammer warnt vor illegalen Kooperationen mit Online-Plattformen

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Apothekerkammer warnt vor illegalen Kooperationen mit Online-Plattformen

Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) hat Apotheken, die mit Online-Plattformen zusammenarbeiten, die die Wahl der Patienten beeinflussen, eine scharfe Warnung ausgesprochen. Nach Angaben der Organisation verstoßen solche Kooperationen gegen Werberegeln und gefährden das Prinzip der freien Apothekenwahl. Bei Nichteinhaltung drohen rechtliche Konsequenzen – bis hin zum Entzug der Betriebsgenehmigung.

Die Warnung der AKNR folgt auf ein aktuelles Urteil des Landgerichts Berlin II. Das Gericht bestätigte, dass Apotheken für unzulässige Werbung ihrer Online-Partner mitverantwortlich sind. In dem verhandelten Fall hatte eine Apotheke mit DoktorABC kooperiert, einer Plattform, über die Patienten nach Ausfüllen eines Online-Fragebogens rezeptpflichtige Medikamente bestellen konnten.

Das Gericht stellte klar, dass bereits die Bewerbung von Arzneimittelgruppen – und nicht nur einzelner Präparate – als unzulässige Werbung gilt. Dies steht im Einklang mit einem früheren Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) im Fall Bloomwell, das solche Praktiken als Verstoß gegen geltende Vorschriften bestätigte.

Dr. Bettina Mecking, juristische Beraterin und Geschäftsführerin der AKNR, betonte, dass das Urteil einen deutlichen Präzedenzfall für den bundesweiten Patientenschutz setze. Die Rechtsabteilung der Kammer prüft nun das Urteil, um weitere Schritte gegen illegale Geschäftsmodelle einzuleiten. Die AKNR wies zudem darauf hin, dass Apotheken unabhängig davon haften, ob sie die betreffenden Plattformen selbst betreiben.

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Aktuelle Werbepraktiken – insbesondere für medizinisches Cannabis und andere Arzneimittel – wurden größtenteils als rechtswidrig eingestuft. Die AKNR machte deutlich, dass Apotheken rechtliche Konsequenzen riskieren, wenn sie weiterhin mit Plattformen zusammenarbeiten, die Patienten gezielt zu bestimmten Anbietern lenken.

Das Urteil und die anschließenden Warnungen unterstreichen die rechtlichen Risiken für Apotheken, die an Online-Rezeptdiensten beteiligt sind. Bei Verstößen drohen Sanktionen, darunter möglicherweise der Entzug der Betriebserlaubnis. Die AKNR hat signalisiert, künftig strengere Compliance durchzusetzen.

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