29 June 2026, 18:36

Bachmann-Preis 2024: Schaette triumphiert mit Doppelsieg und scharfer Literaturkritik

In Frontal Opposition zu Allem

Bachmann-Preis 2024: Schaette triumphiert mit Doppelsieg und scharfer Literaturkritik

Die 50. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt: Große Preise und scharfe Debatten

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Bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt gab es bedeutende Auszeichnungen und kontroverse Diskussionen. Nora-Eugenie Gomringer – bekannt unter ihrem Künstlernamen Schaette – gewann sowohl den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis als auch den Publikumspreis für ihren Text „Was wir tragen“. Die Veranstaltung zeigte zudem die Spannungen zwischen Autor:innen und dem Literaturbetrieb auf.

Erstmals bestand die Jury des Bachmann-Preises in diesem Jahr ausschließlich aus Frauen. Sieben Jurorinnen bewerteten die eingereichten Texte und Autor:innen.

Schaettes preisgekrönter Text setzt sich mit der lebenslangen Gewalt und den Bewältigungsstrategien von Menschen mit Adipositas auseinander. Ihre Arbeit fand sowohl bei der Jury als auch beim Publikum großen Anklang.

Für Aufsehen sorgte die Lesung von Slata Roschal. Sie kritisierte die Literaturbranche scharf – insbesondere die schlecht bezuschten Stipendien und die minimalen Einnahmen für Schriftsteller:innen. Ihr eigener Text streifte das Thema Prekariat nur am Rande und konzentrierte sich stattdessen auf Insider des Betriebs. Nach ihrem Auftritt kündigte sie an, die Bühne sofort zu verlassen, und verweigerte jede Auseinandersetzung mit der Jury.

Der Deutschlandfunk-Preis ging an Ozan Zakariya Keskinkılıç für „Vater ohne Sohn“, einen Text über die Herausforderungen eines schwulen Vaters. Kinga Tóth erhielt den KELAG-Preis für ihren sprachlichen Witz und ihre polyphone Erzählweise – bemerkenswert, da sie Deutsch erst in der Schule gelernt hatte.

Im Rahmen des Festivals wurde auch Ingeborg Bachmanns Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“ reflektiert, in dem Gott auf der Anklagebank sitzt, sich durch die Wahrheit aber letztlich freispricht. Wirtschaftliche Themen spielten eine zentrale Rolle in den Debatten: Es ging um Geld, Klassenunterschiede und die Faszination für die Unterschichten der Gesellschaft.

Mit prägenden Preisträger:innen und hitzigen Diskussionen feierte das Festival sein 50-jähriges Jubiläum. Schaettes Doppelsieg bildete einen Höhepunkt, während Roschals Kritik die anhaltenden Frustrationen im Literaturbetrieb unterstrich. Die Debatten und Auszeichnungen hinterließen bleibende Eindrücke bei dieser literarischen Zusammenkunft.

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