BAföG-Reform verzögert: Digitalisierung soll Studierenden jetzt helfen
Sebastian FischerBAföG-Reform verzögert: Digitalisierung soll Studierenden jetzt helfen
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat Signal gegeben, dass sich die geplante Reform des deutschen Schüler- und Studentenförderwerks BAföG verzögert. Die für das Wintersemester 2026/27 vorgesehene Neugestaltung stößt innerhalb der Regierungskoalition auf Hindernisse. Gleichzeitig kündigte Bär neue digitale Hilfsmittel an, mit denen Studierende ihre Anspruchsberechtigung künftig leichter prüfen können.
Die BAföG-Reform sollte die Studienförderung modernisieren, doch Bär räumte ein, dass Haushaltskürzungen in ganz Deutschland den Fortschritt bremsen könnten. Sie bezeichnete die aktuelle Situation der Studierenden bereits als privilegiert und verwies auf gebührenfreie Hochschulen und staatliche Unterstützung. Dennoch betonte sie die Notwendigkeit transparenterer Informationen zur finanziellen Förderung.
Um den Zugang zu erleichtern, stellte Bär Pläne für einen KI-gestützten Chatbot auf dem Portal bafoeg-digital vor. Das Tool, das noch in diesem Jahr an den Start gehen soll, wird anonym und unverbindlich Auskünfte über mögliche BAföG-Ansprüche geben. Der Gesetzentwurf für diese Änderungen befindet sich bereits in Abstimmung mit den Bundesländern und weiteren Beteiligten; die Gespräche verlaufen laut Ministerin konstruktiv.
Bär äußerte sich auch zu weiteren bildungspolitischen Themen. Sie spricht sich für Nebenjobs von Studierenden aus, da solche Erfahrungen wertvolle Kompetenzen für den späteren Berufsweg vermitteln würden. Zudem kündigte sie eine zügige Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes an, um den Schutz von Beschäftigten in befristeten Verträgen zu stärken. Ihr Ansatz setzt auf nachhaltige politische Entscheidungen und gezielte Investitionen.
Die BAföG-Reform scheint damit vorerst nicht wie geplant umsetzbar. Koalitionsstreitigkeiten und Sparmaßnahmen erschweren die Umsetzung. Studierende erhalten stattdessen ein neues digitales Angebot zur Überprüfung ihrer Fördermöglichkeiten. Die Ministerin konzentriert sich nun auf schrittweise Verbesserungen – etwa bei der Vertragsrechtreform und der Förderung von Nebenjobs.






