Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung endlich wieder offen – doch die Probleme bleiben
Tobias NeumannBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung endlich wieder offen – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Sperrung endlich wieder in Betrieb
Die Sanierung der Strecke dauerte mit zehn Monaten und zwei Wochen deutlich länger als geplant und verschlang 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen mehr als veranschlagt. Ursprünglich sollte die Strecke bereits Mitte April wiedereröffnet werden, doch anhaltender Frost im Januar und Februar führte zu erheblichen Verzögerungen. Dadurch verschob sich der Fertigstellungstermin auf Mitte Juni – sechs Wochen später als vorgesehen.
Auch das Budget sprengte alle Kalkulationen: Ein zusätzlicher Notfallfonds von 300 Millionen Euro wurde vollständig aufgebraucht. Während der Bauarbeiten mussten Fernzüge Umleitungen über Stendal und Uelzen nehmen, was die Fahrzeiten deutlich verlängerte. Regionalreisende waren monatelang auf Ersatzbusse angewiesen.
Doch selbst nach der Wiedereröffnung gab es weiterhin Probleme: Aufzüge fielen kurz nach Inbetriebnahme aus, und der Zugverkehr verlief nicht wie geplant. Zudem konnte das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) nicht installiert werden. Experten gehen daher davon aus, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine weitere großangelegte Sperrung nötig sein wird.
Zwar ist die Strecke nun wieder befahrbar, doch die langen Einschränkungen und explodierenden Kosten haben scharfe Kritik ausgelöst. Die Strategie umfassender Generalsanierungen steht angesichts der wiederholten Verzögerungen und Budgetüberschreitungen auf dem Prüfstand. Pendler und Verkehrsunternehmen werden nun genau beobachten, ob die Modernisierungsmaßnahmen die versprochenen Verbesserungen bringen.
