Baukosten in Deutschland steigen ungebremst – warum Wohnen teurer wird
Tobias NeumannBaukosten in Deutschland steigen ungebremst – warum Wohnen teurer wird
Baukosten in Deutschland steigen weiter – Entlastung nicht in Sicht
Die Baukosten in Deutschland klettern weiterhin, ohne dass kurzfristig mit einer Besserung zu rechnen ist. Thomas Reimann, Präsident des Hessischen Bauindustrieverbands, warnt, dass die steigenden Ausgaben den Wohnungsbau zunehmend erschweren. Als Hauptgründe nennt er strenge Vorschriften und explodierende Materialpreise, die die Kosten in die Höhe treiben.
Laut den jüngsten Zahlen stiegen die Baukosten für konventionelle Wohngebäude 2024 und 2025 jeweils um etwa drei Prozent. Dies folgt auf einen drastischen Anstieg von über 15 Prozent während des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022. Mittlerweile liegen die Kosten drei bis fünf Prozent höher als vor dem Iran-Konflikt – betroffen sind unter anderem Stahl, Beton, Dämmmaterialien und erdölbasierte Folien.
Auch die Transportkosten sind gestiegen, da die Preiserhöhungen für Diesel die Aufstellungskosten für Krane in die Höhe treiben. Reimann kritisiert, dass deutsche Bauvorschriften – etwa die Pflicht zu Stellplätzen bei Mehrfamilienhäusern – unnötige Mehrkosten verursachen. Er fordert die Bundesregierung auf, den Gebäudetyp E einzuführen, einen vereinfachten Baustandard, der die Kosten senken soll.
Ein Blick ins Ausland zeigt: Länder wie Schweden und Belgien bieten laut Reimann Vorbilder für bezahlbareres Bauen. Er drängt die Politik zum Handeln und warnt, dass ohne Reformen der Wohnungsbau weiter unter Druck bleiben werde. Reimanns Vorschläge zielen darauf ab, Regularien zu lockern und kostensparende Maßnahmen aus anderen europäischen Ländern zu übernehmen. Sollten diese umgesetzt werden, könnten sie die Baukosten senken und den Wohnungsmarkt entlasten. Doch fürs Erste müssen Bauherren und Entwickler weiterhin mit finanziellen Herausforderungen kämpfen – eine Besserung ist nicht in Sicht.






