Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kultfiguren und Trachten aus
Lotta BrandtWenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kultfiguren und Trachten aus
Mehrere Städte in Bayern ersetzen klassische Ampelmännchen durch kulturell geprägte Figuren
Die Entwürfe reichen von historischen Künstlern über traditionelle Trachten bis hin zu beliebten Regionalfiguren. Doch nicht alle Vorschläge erhalten die Zustimmung der Behörden.
Nürnberg war eine der ersten Städte, die eine thematische Ampel einführte – mit Albrecht Dürers "Feldhasen" statt der üblichen grünen Gehfigur. München verfügt mittlerweile über drei "Pumuckl"-Ampeln, während Straubing den "Bruder Straubinger", eine lokale Volksfigur, zeigt. In Dachau sind die Signale mit Figuren in traditioneller bayerischer Tracht gestaltet.
Die "Kasperl"-Ampel in Augsburg benötigte vor der Installation eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. In Deggendorf hingegen ist auf dem Fußgängersignal eine Frau zu sehen, die Knödel wirft – eine Hommage an die kulinarische Tradition der Stadt. Jedes Design kostet rund 300 Euro für die Schablonen, zuzüglich der Honorare für die Grafikdesigner.
Der Plan der Stadt Hof, ihren legendären Würstchenverkäufer "Wärschtlamo" mit einer eigenen Ampel zu ehren, scheiterte zunächst an Bedenken zur Verkehrssicherheit. Mittlerweile hat die Stadt jedoch grünes Licht erhalten, und die thematische Ampel soll bald in Betrieb gehen. Das bayerische Innenministerium lehnt individuelle Ampelfiguren jedoch weiterhin ab und argumentiert, dass standardisierte Designs die Sichtbarkeit und Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer gewährleisten.
Der Trend zu kreativen Ampeln wächst, da Städte damit lokalen Stolz und kulturelle Identität zum Ausdruck bringen wollen.
Während einige thematische Signale genehmigt wurden, stoßen andere weiterhin auf regulatorische Hürden. Städte wie Hof haben sich durchgesetzt und nach anfänglichen Ablehnungen doch noch die Erlaubnis erhalten. Die Diskussion zwischen lokaler Begeisterung für kulturelle Vielfalt und offiziellen Bedenken hinsichtlich Verkehrssicherheit und Standardisierung dauert an.






