Behrens fordert mehr Eigenverantwortung der Ultra-Gruppen vor Hannover-Derby
Lotta BrandtInnenminister: Ultras haben ein Problem in den eigenen Reihen - Behrens fordert mehr Eigenverantwortung der Ultra-Gruppen vor Hannover-Derby
Vor dem Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig hat Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens strengere Stadion-Sicherheitsvorkehrungen gefordert. Sie setzt sich für einen Wandel im Umgang der Fangruppen mit Gewalt unter ihren eigenen Anhängern ein. Ihre Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der die Sorge über den hohen Polizeiaufwand bei Risikospielen wächst.
Behrens kritisierte, dass für ein einziges Fußballspiel bis zu 2.000 Beamte erforderlich seien – ein Zustand, den sie für nicht tragbar hält. Im Vergleich dazu benötigten andere Großveranstaltungen wie das Maschsee-Fest deutlich weniger Ressourcen. Ihre Haltung hat ihr bei manchen Fans Unmut eingebracht, die in ihr eine Gegnerin ihrer Kultur sehen.
Die Ministerin betont, dass Gewalt in der Fankultur keinen Platz habe, und erwartet von allen Besuchern, dies zu respektieren. Statt auf die Polizei zu setzen, fordert sie die Ultra-Gruppen auf, selbst Verantwortung zu übernehmen und gewaltbereite Einzelpersonen aus ihren Reihen auszuschließen. Sollten sie untätig bleiben, droht sie mit schärferen Maßnahmen durch Politik und Fußballverbände.
Ihr langfristiges Ziel ist es, die Polizeipräsenzen in den Stadien während der Spiele zu verringern. Doch dies, so macht sie deutlich, sei nur möglich, wenn die Fangruppen ihre Einstellung änderten und interne Probleme angehen.
Behrens' Forderungen setzen die Ultra-Gruppen unter Druck, sich selbst zu regulieren, bevor von außen eingegriffen wird. Das anstehende Derby wird zeigen, ob ihr Appell zu mehr Eigenverantwortung zu einer ruhigeren Atmosphäre führt. Ohne Kooperation könnten weitere Einschränkungen an Spieltagen folgen.