25 March 2026, 02:15

Berliner Buchladen verklagt Kulturminister wegen Extremismus-Vorwurf

Ein blaues Gesetzbuch mit einer goldenen Krone darauf, das Text und ein Logo auf seinem Cover zeigt, vor einem weißen Hintergrund.

Berliner Buchladen verklagt Kulturminister wegen Extremismus-Vorwurf

Ein Berliner Buchladen geht rechtlich gegen Deutschlands Kulturminister vor, nachdem er als "politisch extremistische" Organisation eingestuft wurde. Zur schwankenden Weltkugel, ein linker Buchladen, der für sein politisches und philosophisches Sortiment bekannt ist, hat einen Eilantrag gestellt, um dem Minister zu untersagen, die Behauptung zu wiederholen. Der Streit entstand, nachdem der Laden im vergangenen Jahr von der Shortlist eines renommierten Buchpreises gestrichen worden war.

Der Konflikt begann, als Kulturminister Wolfram Weimer Zur schwankenden Weltkugel vom Deutschen Buchhandlungspreis 2023 ausschloss. Als Begründung führte er "verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse" an. In einem Interview mit der Zeit erklärte Weimer später, der Staat dürfe "mit Steuergeldern keine Preise an politische Extremisten" vergeben.

Der 2002 als Teil des linksalternativen Schwarze Risse-Kollektivs gegründete Buchladen ist für seine kapitalismuskritische Haltung und seine Forderung nach offenen Grenzen bekannt. Schilder in den Schaufenstern wie Freizügigkeit für alle Menschen! Abschotten & Abschiebungen sind tödlich ("Freiheit der Bewegung für alle Menschen! Abriegelung und Abschiebungen sind tödlich") haben sowohl Aufmerksamkeit als auch Kritik auf sich gezogen.

Nach Weimers Äußerungen forderten die Betreiber des Ladens eine Unterlassungserklärung. Als dieser sich weigerte, reichten sie einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Berlin ein (Aktenzeichen: VG 6 L 229/26). Ein Sprecher des Ministers verteidigte die Aussagen mit dem Argument, Regierungsvertreter müssten solche Positionen frei äußern dürfen.

Unklar ist, wann das Gericht ein Urteil fällen wird. Der Fall liegt nun beim Verwaltungsgericht Berlin, das den Eingang des Antrags auf einstweilige Verfügung bestätigt hat. Die Entscheidung wird zeigen, ob Weimer den Buchladen weiterhin als extremistisch bezeichnen darf. Der Streit wirft grundsätzliche Fragen zum Spannungsverhältnis zwischen Meinungsfreiheit und staatlicher Kontrolle bei der Kulturförderung auf.

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