25 April 2026, 04:17

Berliner Gericht verurteilt Betrüger im Millionen-Bluff mit Krankenkassen-Daten

Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen als Kostenfaktor für Familien benennt.

Berliner Gericht verurteilt Betrüger im Millionen-Bluff mit Krankenkassen-Daten

Ein Berliner Gericht hat zwei Männer, die in einen langjährigen Bestechungsskandal verwickelt waren und damit das Gesundheitssystem betrogen haben, zu Bewährungsstrafen verurteilt. Im Mittelpunkt des Falls standen manipulierte Patientenakten, die es einer Krankenkasse ermöglichten, Millionen an überhöhten Zahlungen zu kassieren. Ermittler gingen zunächst von einem Schaden in Höhe von rund 85 Millionen Euro aus, der durch falsch ausgezahlte Gelder entstanden war.

Das System begann vor über einem Jahrzehnt, als ein 62-jähriger ehemaliger Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin nach Angaben der Anklage illegale Absprachen mit einem 46-jährigen Versicherungsangestellten traf. Beide Männer bereicherten sich zwar nicht persönlich, sahen die Vereinbarung aber als gegenseitig vorteilhaft an: Der Vorstand wollte die Finanzen seiner Organisation aufbessern, während der Angestellte auf Karrierefortschritte hoffte.

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Laut Staatsanwaltschaft veränderten die Angeklagten verschlüsselte medizinische Diagnosen, ohne die behandelnden Ärzte zu konsultieren. Die Änderungen, die der ehemalige Vorstand nach Erhalt von Datenträgern autorisierte, ermöglichten es der Krankenkasse, höhere Zuweisungen zu erhalten. Akten aus dem Jahr 2015 wurden als Teil des Betrugs bestätigt, während Vorwürfe zu 2014 nicht bewiesen werden konnten.

Das Gericht verhängte mildere Strafen als von der Staatsanwaltschaft gefordert. Der ehemalige KV-Vorstand erhielt eine zehnmonatige Bewährungsstrafe, der Versicherungsangestellte wurde zu einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte Bewährungsstrafen von bis zu einem Jahr und neun Monaten sowie eine Einziehung von 250.000 Euro von der KV Berlin gefordert.

Das Urteil beendet einen Fall, der systematische Manipulationen im Krankenversicherungssystem aufdeckte. Die Bewährungsstrafe und das Bußgeld spiegeln die Einschätzung des Gerichts zu den Rollen der Angeklagten wider, doch die finanziellen Folgen des Betrugs bleiben beträchtlich. Weitere Anklagepunkte zu früheren Vorwürfen wurden nicht aufrechterhalten.

Quelle