26 March 2026, 10:18

Brandenburg diskutiert Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrkräfte – doch nur bundesweit?

Illustration von zwei Personen, die an einem Tisch mit einem Hut und Papieren darauf sitzen, mit einer Tür und einem Papier an der Wand im Hintergrund.

Brandenburg diskutiert Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrkräfte – doch nur bundesweit?

In Deutschland mehren sich die Debatten über die Beamtenstellung von Lehrkräften – nun zieht auch Brandenburg eine Abkehr von den Beamtenverträgen in Erwägung. Den Anstoß gab die Entscheidung Sachsens aus dem Jahr 2019, den Beamtenstatus für Lehrer wieder einzuführen. Brandenburgs Bildungsminister zeigte sich zwar offen für Veränderungen, betont jedoch, dass alle Bundesländer gemeinsam handeln müssten.

Laut aktuellen Zahlen arbeiten in Brandenburg bereits fast ein Drittel der Lehrkräfte nicht mehr im Beamtenverhältnis, sondern auf Basis regulärer Arbeitsverträge. Das Thema wird auf der kommenden Konferenz der Kultusminister diese Woche offiziell beraten. Im Schuljahr 2025/2026 waren in Brandenburg 31,1 Prozent der Lehrkräfte an staatlichen Schulen in normalen Beschäftigungsverhältnissen angestellt. Weitere 19,7 Prozent der nicht verbeamteten Lehrkräfte waren Quereinsteiger, die über alternative Wege in den Schuldienst gekommen waren. Diese Zahlen unterstreichen, wie stark das Land bereits auf nicht verbeamtetes Personal setzt – ein Trend, der sich bei einem schrittweisen Auslaufen der Beamtenstellung noch verstärken könnte.

Sachsens Bildungsminister Conrad Clemens begründet die Debatte mit finanziellen Zwängen. Er verweist auf die hohen Pensionsrückstellungen für Beamte und die angespannten Haushalte als Gründe, den Beamtenstatus zu überdenken. Sachsen selbst hatte 2019 die Verbeamtung von Lehrkräften wieder eingeführt, doch kein anderes Bundesland ist diesem Beispiel seitdem gefolgt.

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Brandenburgs neuer CDU-Bildungsminister Gordon Hoffmann signalisierte zwar Bereitschaft, den sächsischen Vorschlag einer schrittweisen Abschaffung des Beamtenstatus zu prüfen. Er besteht jedoch darauf, dass eine solche Reform nur bundesweit einheitlich umgesetzt werden dürfe. Der Bund der Steuerzahler unterstützt diesen Kurs und argumentiert, dass eine Reduzierung der Beamtenzahlen die öffentlichen Haushalte entlasten würde.

Kritik kommt vom Deutschen Lehrerverband, der warnt, dass der Beamtenstatus die Verfassungstreue der Lehrkräfte sichere – ein wichtiger Schutz angesichts wachsender extremistischer Tendenzen. Berlins Bildungssenat hingegen hat eine erneute Debatte ausgeschlossen: Die Hauptstadt hatte die Verbeamtung von Lehrkräften 2023 nach einer 20-jährigen Pause wieder eingeführt und verzeichnet seitdem positive Effekte, darunter weniger unbesetzte Stellen und eine bessere Bindung von Referendaren.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) wird das Thema auf Antrag Sachsens in ihrer Sitzung am Donnerstag behandeln. Das Ergebnis könnte die künftige Personalpolitik in Brandenburg und anderen Bundesländern prägen. Die anstehende KMK-Diskussion wird zeigen, ob Brandenburg und weitere Länder den Beamtenstatus für Lehrkräfte tatsächlich abschaffen werden. Eine einheitliche Lösung bleibt dabei zentrale Voraussetzung für jede Reform. Bereits jetzt arbeiten fast ein Drittel der brandenburgischen Lehrkräfte außerhalb des Beamtenverhältnisses – ein Wandel, der sich beschleunigen könnte, falls der Vorschlag auf Zustimmung stößt.

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