Braunschweig bleibt im Parkchaos: Warum Gehwegparken weiter für Zündstoff sorgt
Sebastian FischerBraunschweig bleibt im Parkchaos: Warum Gehwegparken weiter für Zündstoff sorgt
Gewegparken bleibt in Braunschweig ein Streitpunkt – Tausende Verstöße in den vergangenen Jahren zeigen, wie umstritten die Thematik ist. Die Stadt versucht zwar, die Regeln durchzusetzen, doch die Diskussion darüber, wie Parkbedarf und Fußgängerraum in Einklang zu bringen sind, hält an. Nun prüfen lokale Politiker und Stadtplaner neue Lösungsansätze.
In den Jahren 2024 und 2025 ahndete die kommunale Verkehrsüberwachung jeweils rund 5.000 Fälle von illegalem Gehwegparken. Besonders betroffen waren Straßen wie die Karl-Marx-Straße, die Georg-Westermann-Allee und der Wilhelmitorwall. Zwar liegen für 2023 keine öffentlichen Daten vor, doch das Problem besteht trotz bestehender Vorschriften fort.
Nach deutscher Straßenverkehrsordnung ist das Parken oder Halten auf Gehwegen grundsätzlich verboten – es sei denn, es ist durch Markierungen ausdrücklich erlaubt. Ausnahmen gelten etwa für halbhochgesetzte oder senkrechte Parkstände, doch diese verringern oft die vorgeschriebene Mindestbreite von 1,80 Metern für Gehwege. Moderne Straßenplanungen sehen mittlerweile breitere Bürgersteige mit Überstandsstreifen vor, um legales Parken zu ermöglichen. Dennoch müssen Planer abwägen zwischen Platz für Autos und Fußgänger.
Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte im Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Beschaffung auf Handlungsbedarf gedrängt. Die Stadtverwaltung sieht jedoch keinen akuten Bedarf für eine umfassende Strategie, da es kaum flächendeckende Beschwerden aus der Bevölkerung gebe. Vorschläge für physische Barrieren wie Poller oder Betonabsenkungen wurden mit Verweis auf Barrierefreiheit und Sicherheitsrisiken abgelehnt.
Vorerst wird Braunschweig weiterhin auf die bestehende Regeldurchsetzung setzen, ohne größere Infrastrukturänderungen vorzunehmen. Die Verwaltung hält die aktuellen Maßnahmen für ausreichend – doch die Debatte um Gehwegfläche und Parken dürfte anhalten. Verstöße bleiben häufig, eine stadtweite Kursänderung ist jedoch vorerst nicht in Sicht.






