Bundeswehr-Ausbau: Pistorius setzt auf Freiwillige und stoppt Milliardenprojekte
Lotta BrandtBundeswehr-Ausbau: Pistorius setzt auf Freiwillige und stoppt Milliardenprojekte
Die deutsche Bundeswehr wird ausgebaut, und die Regierung verfolgt die Fortschritte genau. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich in jüngsten Stellungnahmen zu den Rekrutierungsherausforderungen und großen Rüstungsprojekten geäußert.
Pistorius bestätigte, dass das Prinzip der Freiwilligkeit weiterhin die Grundlage der Truppenwerbung bleiben wird. Eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht schloss er aus und verwies auf fehlendes Ausbildungspersonal und unzureichende Infrastruktur. Die Ampelkoalition will erst dann gegensteuern, wenn künftig mehr Stellen als qualifizierte Bewerber zur Verfügung stehen. Eine bedarfsgerechte Auswahlmusterung steht derzeit nicht zur Debatte.
Der Minister wies zudem Spekulationen über seine politischen Ambitionen zurück. Er konzentriere sich voll auf sein Amt als Verteidigungsminister und habe keine Pläne, als SPD-Kanzlerkandidat anzutreten. Pistorius zeigte sich zufrieden mit seinen aktuellen Aufgaben und dem anstehenden Arbeitsvolumen.
In der Verteidigungskooperation betonte er die weiterhin enge Partnerschaft Deutschlands mit Frankreich – dies nach dem Scheitern des Kampfflugzeugprogramms FCAS. Zudem wurde das Fregattenprojekt F126 für die Marine gestoppt, nachdem die Kosten auf über 18 Milliarden Euro angewachsen waren.
Um die Rüstungsindustrie zu stärken, wurde ein Runden Tisch mit Automobilherstellern eingerichtet. Die Initiative zielt darauf ab, deren technisches Know-how für militärische Anwendungen zu nutzen.
Die Bundesregierung hält am Freiwilligenprinzip für die Truppenwerbung fest. Große Rüstungsvorhaben wie die F126-Fregatte wurden wegen explodierender Kosten eingestellt. Die Zusammenarbeit mit der Industrie und internationalen Partnern bleibt für das Ministerium Priorität.
