CDU-Politiker Krings attackiert Prostituiertenschutz-Kommission als "einseitig besetzt"
Philipp FischerCDU-Politiker Krings attackiert Prostituiertenschutz-Kommission als "einseitig besetzt"
Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat scharf eine Kommission kritisiert, die die Reform des deutschen Prostituiertenschutzgesetzes prüft. Die Expertenrunde war auf Initiative von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingerichtet worden, um mögliche Änderungen zu bewerten. Krings äußert seit Beginn Bedenken – sowohl zur Zusammensetzung als auch zu den Ergebnissen des Gremiums.
Der Politiker wirft der Kommission vor, „einseitig besetzt“ zu sein wie keine andere während der Regierungszeit von CDU und CSU. Die Unionsfraktion zeige sich seit Anbeginn enttäuscht von der Besetzung des Gremiums.
Zudem hinterfragt Krings die starke Gewichtung einer Studie eines kriminologischen Instituts, dessen Leiter zugleich den Vorsitz der Kommission innehat. Dieser vertrete laut Krings „fragwürdige Forschungsergebnisse“. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass 25 Prozent der gemeldeten Sexarbeiter:innen einen Hochschulabschluss besitzen und 80 Prozent krankenversichert sind – Zahlen, die Krings als „realitätsfremd“ bezeichnet.
Der Abgeordnete vermutet, dass die Erhebung nur einen kleinen, privilegierten Ausschnitt der Branche abbildet. Tatsächlich seien in Deutschland lediglich 50 Sexarbeiter:innen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, gibt Krings zu bedenken. Er schätzt, dass höchstens zehn Prozent der Prostituierten offiziell registriert sind – weit unter den Angaben der Studie.
Krings wirft der Kommission vor, ein „verzerrtes Bild der Realität“ zu zeichnen. Statt nach objektiven Antworten zu suchen, verteidige die Vorsitzende vielmehr „fehlerhafte Erkenntnisse“. Die Debatte über die Arbeit des Gremiums und die möglichen Folgen für eine Reform des Prostituiertenschutzgesetzes dauert derweil an.
