CDU-Streit eskaliert: Radtke greift Spahn und Söder scharf an
Andreas Radtke, Stellvertreter des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, hat jüngste Äußerungen aus den eigenen Reihen scharf kritisiert. Seine Stellungnahme folgt auf die Aussage von Jens Spahn, der die aktuelle schwarz-rote Koalition als bloße "Verwalterin des Niedergangs" bezeichnet hatte. Radtke nannte Spahns Aussage "katastrophal" und warnte davor, Deutschlands Herausforderungen zu simplifizieren.
Zu den schlechten Umfragewerten von Union und CSU erklärte Radtke, der Rückgang habe tiefere Ursachen als nur Migration oder das Bürgergeld. Migration werde lediglich als Sündenbock für die allgemeine Unzufriedenheit mit der Entwicklung Deutschlands instrumentalisiert. Stattdessen betonte er, die Wähler verlangten klare Lösungen, starke Führung und eine überzeugende Perspektive von der Regierung.
Radtke wies auch den Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder zurück, den Kündigungsschutz zu reformieren – dies sei nur ein Ablenkungsmanöver. Laut Radtke belasten Unternehmen vor allem die hohen Energiekosten, instabile Lieferketten, der Fachkräftemangel und übermäßige Bürokratie. Zudem habe die Union durch uneingelöste Wahlversprechen zusätzlich Vertrauen verspielt.
Mit Blick auf die jüngeren Kursänderungen der CDU monierte Radtke, dass manche Debatten inzwischen jeden Realitätssinn vermissen ließen. Er warnte, die rechtspopulistische AfD nutze die Krisenstimmung aus und inszeniere sich als "Untergangsprophet", statt echte Antworten zu liefern.
Radtkes Äußerungen spiegeln die wachsenden Spannungen innerhalb der CDU über Strategie und Kommunikation wider. Seine Kritik an Spahn und Söder deutet auf einen Appell hin, die Partei solle sich wieder auf pragmatische Politik konzentrieren. Die Diskussion kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Union vor den anstehenden Wahlen um verlorene Wählerstimmen kämpft.






