Celle diskutiert: Wie TikTok Jugendliche in die Extremismus-Falle lockt
Lotta BrandtCelle diskutiert: Wie TikTok Jugendliche in die Extremismus-Falle lockt
Veranstaltung in Celle thematisiert wachsende Extremismusgefahr auf Plattformen wie TikTok
Eine kürzliche Veranstaltung in Celle setzte sich mit dem zunehmenden Problem von Extremismus in sozialen Medien wie TikTok auseinander. Organisiert vom Netzwerk zur Stärkung demokratischer Strukturen, brachte die Veranstaltung Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie lokale Fachleute zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie digitale Inhalte die Ansichten und das Verhalten junger Nutzer prägt.
Die unter dem Titel "Extremismus auf TikTok und anderen Plattformen" stehende Veranstaltung sollte auf die Risiken der Radikalisierung durch vereinfachte, emotional aufgeladene politische Inhalte aufmerksam machen. Studien zeigen, dass die tägliche Nutzung von TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts bei 12- bis 17-Jährigen in Niedersachsen stark angestiegen ist – von 35 Prozent im Jahr 2021 auf über 75 Prozent im Jahr 2025. Dieser Anstieg, angetrieben durch algorithmische Empfehlungen, erreichte während der Pandemie einen Höhepunkt, hält aber weiterhin an.
Drei Schulen aus Celle beteiligten sich an der Veranstaltung, wobei Neunt- und Zehntklässler ihre eigenen "Für-dich"-Feeds analysierten. Sie untersuchten, wie sich extremistische Inhalte verbreiten und warum bestimmte Beiträge besondere Sichtbarkeit erlangen. Am Nachmittag lag der Fokus dann auf Lehrkräften, Sozialarbeitern und lokalen Akteuren. Gemeinsam diskutierten sie Strategien für Gegenrede und Möglichkeiten, digitale Radikalisierungsprozesse zu unterbrechen.
Fachleute wiesen darauf hin, dass politische Inhalte auf diesen Plattformen oft ohne überprüfbare Quellen verbreitet werden. Zudem wurde erörtert, wie Algorithmen beeinflussen, was Nutzer zu sehen bekommen – und auf diese Weise bestimmte Narrative über die Zeit verstärken.
Die Diskussionen betonten die Notwendigkeit einer stärkeren Medienkompetenz bei Jugendlichen. Schulen und lokale Initiativen in Celle verfügen nun über klarere Handlungsstrategien, um extremistische Online-Inhalte zu bekämpfen. Die Erkenntnisse der Veranstaltung sollen künftige Aufklärungskampagnen in der Region prägen.






