Deutsche Bahn friert Fernverkehrspreise ein – doch Kritiker fordern mehr als nur Stabilität
Tobias NeumannDeutsche Bahn friert Fernverkehrspreise ein – doch Kritiker fordern mehr als nur Stabilität
Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass die Preise für Fernverkehrstickets ab dem 1. Mai für ein Jahr unverändert bleiben. Die Entscheidung ist Teil der Bemühungen, die Belastungen durch die anhaltende Energiekrise abzumildern. Doch Fahrgastverbände haben die Maßnahme bereits als unzureichend kritisiert.
Vorstandschefin Evelyn Palla bestätigte die Preissperre als Reaktion auf die steigenden Kosten, die mit den Energielieferengpässen zusammenhängen. Das Ziel der Maßnahme sei es, Reisenden in wirtschaftlich unsicheren Zeiten Planungssicherheit zu bieten.
Detlef Neuß, Ehrenvorsitzender der Fahrgastinitiative Pro Bahn, hielt jedoch dagegen: Ein einfaches Einfrieren der Preise reiche nicht aus. Er verwies auf anhaltende Probleme wie häufige Verspätungen und flächendeckende Zugausfälle, die die Fahrgäste weiterhin verärgerten. Zudem stellte Neuß infrage, ob die Preissperre die dynamische Preisgestaltung tatsächlich spürbar einschränken werde, da die Ticketkosten weiterhin je nach Strecke und Nachfrage variierten.
Neuß ging noch einen Schritt weiter und forderte eine tatsächliche Senkung der Preise über einen festgelegten Zeitraum. Ohne günstigere Tickets, so seine Argumentation, werde die Ankündigung wenig daran ändern, die Situation für Vielfahrer zu verbessern.
Die Preissperre tritt am 1. Mai in Kraft und gilt für zwölf Monate. Während die Deutsche Bahn sie als Reaktion auf die Energiekrise darstellt, bestehen Kritiker darauf, dass tiefgreifendere Reformen nötig sind. Pro Bahn hat deutlich gemacht, dass Fahrgäste mehr erwarten als nur stabile Preise – insbesondere angesichts der anhaltenden Probleme im Betriebsablauf.






