Deutsche Bahn plant Sanierung der Strecke München–Rosenheim in zwei Phasen bis 2031
Philipp FischerDeutsche Bahn plant Sanierung der Strecke München–Rosenheim in zwei Phasen bis 2031
Die Deutsche Bahn hat ihre ursprünglichen Pläne für eine sechsmonatige Vollsperrung der Bahnstrecke München–Rosenheim verworfen. Stattdessen soll die umfassende Sanierung nun in zwei getrennten Abschnitten im Jahr 2028 und 2031 erfolgen. Die Strecke zählt zu den meistbefahrenen Bayerns und ist eine entscheidende Verbindung für sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr.
Die Entscheidung folgt auf Kritik von Branchenverbänden, darunter der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), der einräumte, dass auch die überarbeitete Planung keine praktikable Lösung darstelle.
Die erste Sanierungsphase beginnt Mitte Februar 2028 und dauert bis Mitte April. Während dieser acht Wochen wird der Fernverkehr auf der Strecke komplett eingestellt. Vorbereitende Arbeiten, darunter Teil-sperrungen der S-Bahn-Linie, sollen bereits im Herbst 2027 starten.
Die zweite Phase ist für das erste Halbjahr 2031 vorgesehen. In diesem Abschnitt stehen die Modernisierung von Gleisen, Weichen, Oberleitungen, Brücken und Bahnhöfen im Fokus. Zudem wird die Strecke mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgerüstet – ein zentrales Upgrade für den künftigen Bahnbetrieb.
Peter Westenberger, Geschäftsführer des BGL, wies darauf hin, dass die kumulierten Sperrzeiten mit 24 Wochen sogar länger ausfallen als die ursprünglich geplanten 22 Wochen durchgehender Vollsperrung. Er kritisierte, dass der neue Ansatz weiterhin Mängel aufweise, da keine Abstimmung mit der Güterverkehrsbranche stattgefunden habe. Westenberger schlug Alternativen vor, etwa eingleisige Baustellen oder vorab erfolgende Ausbaumaßnahmen auf Ausweichstrecken.
Die Strecke München–Rosenheim ist nicht nur für den täglichen Zugbetrieb von zentraler Bedeutung, sondern auch für das anstehende Projekt des Brenner-Basistunnels. Jede Unterbrechung wird weitreichende Auswirkungen auf regionale und internationale Verkehrsnetze haben.
Mit der überarbeiteten Planung erstreckt sich die Sanierung nun über zwei separate Jahre. Zwar strebt die Deutsche Bahn an, die Auswirkungen der Sperrungen zu minimieren, doch Branchenvertreter äußern weiterhin Bedenken hinsichtlich der Umsetzbarkeit des neuen Zeitplans. Die Folgen werden die Effizienz des bayerischen Schienennetzes über Jahre hinweg prägen.






