Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Dollar-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Philipp FischerDeutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Dollar-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein Risikoteilungsprogramm im Volumen von 150 Millionen US-Dollar zu starten. Die Initiative zielt darauf ab, den Handel mit Finanzierungslösungen in unterversorgten afrikanischen Märkten zu stärken. Es handelt sich dabei um die erste formelle Partnerschaft zwischen den beiden Institutionen.
Gerald Podobnik hat zudem die Position des Co-Leiters des globalen Firmenkundengeschäfts der Deutschen Bank übernommen und löst damit Ole Matthiessen in dieser Funktion ab.
Das neue Programm funktioniert als unfundiertes Risikobeteiligungsmodell. Die BII übernimmt dabei die Rolle eines finanziellen Rückhaltes und hilft, mögliche Verluste abzufedern. Diese Struktur soll Banken dazu ermutigen, in Regionen mehr Kredite zu vergeben, aus denen sich viele Institute bereits zurückgezogen haben.
In den vergangenen Jahren haben zahlreiche internationale Banken ihr Engagement in Afrika reduziert oder sich vollständig aus dem Markt zurückgezogen. Die Standard Chartered Bank verkaufte beispielsweise ihr Privat- und Vermögenskundengeschäft in Uganda an Absa. Ähnliche Abzüge gab es in Sambia, Äthiopien, Ruanda und Ostafrika insgesamt. Diese Rückzüge haben vor allem im Handelsfinanzierungsbereich für kleinere Volkswirtschaften Lücken hinterlassen.
Laut Schätzungen der Afrikanischen Entwicklungsbank beträgt das jährliche Finanzierungsdefizit im afrikanischen Handel 100 Milliarden US-Dollar. Kleinere Märkte wie Sambia, Äthiopien und Ruanda kämpfen mit chronischen Liquiditätsengpässen. Regionale Banken, darunter Absa, sind eingesprungen, um einen Teil der Lücken zu schließen, die europäische Geldinstitute hinterlassen haben.
Die Aktie der Deutschen Bank notiert derzeit bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Das 150-Millionen-Dollar-Programm konzentriert sich darauf, die Finanzierungslücke im Handel kleinerer afrikanischer Volkswirtschaften zu verringern. Die Deutsche Bank und die BII streben an, die Liquidität in Regionen zu erhöhen, in denen internationale Banken ihre Präsenz verringert haben. Die Partnerschaft könnte dazu beitragen, die Handelsströme in Märkten zu stabilisieren, die zunehmend mit Finanzierungsschwierigkeiten konfrontiert sind.