17 March 2026, 12:18

Deutschland reformiert Verfassungsschutz: Mehr Macht gegen Spionage und hybride Kriegsführung

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Was gibt es für die Verfassungsreform des Verfassungsschutzes vorzuschlagen? - Deutschland reformiert Verfassungsschutz: Mehr Macht gegen Spionage und hybride Kriegsführung

Deutschland will als Reaktion auf die wachsenden Bedrohungen durch Spione, Saboteure und extremistische Gruppen seine Nachrichtendienstgesetze reformieren. Die Änderungen sollen dem Inlandsgeheimdienst, dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), erweiterte Befugnisse einräumen, um Risiken im Zusammenhang mit Russlands Invasion in der Ukraine besser entgegenwirken zu können.

Innenminister Alexander Dobrindt setzt sich dafür ein, dass die Behörde zu einer aktiveren Kraft wird, die nicht nur Bedrohungen analysiert, sondern auch direkt operative Maßnahmen ergreifen kann.

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Die Reform folgt auf Kritik an der begrenzten Zusammenarbeit zwischen dem BfV, der Polizei und dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) bei der Bekämpfung hybrider Kriegsführung aus Russland. In der Vergangenheit hatten die Behörden Schwierigkeiten, koordiniert auf Cyberangriffe, Desinformation und Sabotage zu reagieren. Nach den neuen Plänen soll das BfV enger mit anderen Stellen zusammenarbeiten, etwa mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), um Cyberbedrohungen einzuordnen und Betroffene zu warnen.

Die Hürden für die Weitergabe von Erkenntnissen an die Polizei werden gesenkt, während der Umfang der ausgetauschten Informationen ausgeweitet wird. Auch die Regeln zur Datenweitergabe und Speicherfristen sollen überarbeitet werden, um die Effizienz zu steigern. Zudem sollen das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundespolizei neue Instrumente erhalten, darunter biometrische Daten und KI, um hybride Bedrohungen zu bekämpfen.

Kritiker äußern jedoch Bedenken. Konstantin von Notz von den Grünen besteht darauf, dass sich das BfV auf die Frühwarnanalyse konzentrieren und seine Rolle nicht überschreiten dürfe. Er argumentiert, dass neue Befugnisse verfassungskonform sein und mit einer stärkeren Kontrolle einhergehen müssten. Derzeit fehlt im parlamentarischen Kontrollgremium eine Vertretung der Oppositionsparteien wie der AfD und der Linken – beteiligt ist nur ein Oppositionspolitiker.

Die geplanten Änderungen könnten es dem BfV ermöglichen, präventiv gegen Bedrohungen vorzugehen – ein Wandel von der bisherigen reinen Beobachtungsfunktion. Sachsens Innenminister und Bundesbeamte unterstützen Pläne für eine zentrale Abwehreinheit innerhalb der Behörde, um die Koordination gegen hybride Angriffe zu verbessern.

Ziel der Reform ist es, das deutsche Sicherheitsgefüge zu stärken, indem dem BfV weitergehende operative Möglichkeiten eingeräumt werden. Bei einer Verabschiedung würde die Behörde eine aktivere Rolle bei der Abwehr von Bedrohungen spielen, noch bevor diese konkret werden. Die endgültige Gesetzgebung muss jedoch erweiterte Befugnisse mit rechtlichen Schutzmechanismen und den Forderungen der Kritiker nach mehr Kontrolle in Einklang bringen.

Quelle