DGB fordert verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Tarifbeschäftigten
Philipp FischerDGB fordert verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Tarifbeschäftigten
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Beschäftigten ein, die unter Tarifverträge fallen. DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi betont, dass Arbeitgeber sich an den Kosten beteiligen müssten, da die Last nicht allein bei den Arbeitnehmern liegen dürfe. Mit dem Vorstoß soll die Tatsache angegangen werden, dass derzeit rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland über keine solche Altersvorsorge verfügen.
Fahimi verwies darauf, dass in den meisten europäischen Ländern bereits jetzt Mindestbeiträge von 20 Prozent oder mehr für die betriebliche Altersvorsorge gelten – wobei Arbeitgeber oft den größeren Anteil übernehmen. Vor diesem Hintergrund sei das deutsche Modell keineswegs überzogen, so die Gewerkschaftschefin.
Der DGB will noch bis Ende des Monats konkrete Vorschläge vorlegen. Diese umfassen Tarifverhandlungen, um sicherzustellen, dass alle Beschäftigten über Tarifverträge eine betriebliche Altersvorsorge erhalten. Für Unternehmen ohne Betriebsratsvertretung schlägt der Plan vor, Arbeitnehmer unter vereinfachten Bedingungen in bestehende Vorsorgesysteme zu integrieren.
Fahimi räumte ein, dass es angesichts der aktuellen finanziellen und wirtschaftlichen Belastungen Widerstand geben könnte. Gleichzeitig betonte sie, dass es ungerecht wäre, die betriebliche Altersvorsorge allein den Beschäftigten aufzuerlegen. Schließlich solle sie eine zusätzliche, gemeinsam finanzierte Säule bleiben.
Mit der Forderung nach einer verpflichtenden betrieblichen Altersvorsorge würde der DGB Millionen von Arbeitnehmern ohne solche Leistungen absichern. Sollte das System umgesetzt werden, müssten auch Arbeitgeber Beiträge leisten – und Deutschland würde sich damit stärker an europäische Standards angleichen. Die endgültigen Vorschläge sollen noch vor Monatsende präsentiert werden.






