Dieter Nuhrs Femizid-Äußerungen lösen heftige Debatte über strukturelle Gewalt aus
Philipp FischerDieter Nuhrs Femizid-Äußerungen lösen heftige Debatte über strukturelle Gewalt aus
Der deutsche Komiker Dieter Nuhr steht seit Äußerungen in einer Sendung vom 18. Juni in der Kritik. Im Mittelpunkt seiner umstrittenen Bemerkungen standen Statistiken zu Femiziden und die Verwendung des Begriffs „strukturell“ zur kollektiven Schuldzuweisung an Männer. Die Debatte hat sich nach seiner späteren Rechtfertigung in den sozialen Medien weiter zugespitzt.
In der Sendung argumentierte Nuhr, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau mit einem Femizid-Täter zusammenkommt, sei extrem gering. Zwar betonte er, jeder einzelne Femizid sei inakzeptabel, doch die Chance, in einer Beziehung auf einen solchen Täter zu treffen, liege „beinahe bei null“.
Allein im Jahr 2024 wurden in Deutschland 328 Mädchen und Frauen getötet. Fast 80 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt im Land sind weiblich. Kritiker werfen Nuhr vor, diese Zahlen zu verharmlosen, und bezeichnen seine Aussagen als „verbale Ohrfeige“ für Frauen, die von solcher Gewalt betroffen sind.
Nuhr präzisierte seine Position später in einem Facebook-Beitrag. Er versicherte, er habe sich noch nie über Femizide lustig gemacht und werde dies auch nie tun. Gleichzeitig verteidigte er Männer gegen das, was er als pauschale und überzogene Verunglimpfung bezeichnete – insbesondere mit Blick auf den Begriff „strukturell“ und dessen Implikationen.
Die Kontroverse spiegelt die anhaltende Diskussion über die Darstellung geschlechtsspezifischer Gewalt wider. Nuhrs Aussagen und seine anschließende Stellungnahme haben heftige Reaktionen ausgelöst. Die Statistiken zu Femiziden und Partnerschaftsgewalt bleiben dabei ein zentraler Streitpunkt der Debatte.
