13 March 2026, 22:20

Drei Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen – Kulturstreit entfacht

Ein altes Buch mit einem Schloss darauf, offen, um Text auf seinen Seiten zu enthüllen, vor einem dunklen Hintergrund.

Drei Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen – Kulturstreit entfacht

Drei unabhängige Buchhandlungen sind von der Shortlist für den renommierten Deutschen Buchhandlungspreis gestrichen worden. Kulturminister Wolfram Weimer schloss sie nach einer internen Prüfung aus, bei der Bedenken aufkamen. Die Entscheidung hat scharfe Kritik der Gewerkschaft ver.di und von Branchenvertretern ausgelöst.

Betroffen sind die Buchhandlungen "Rote Straße" in Berlin, "Zur schwankenden Weltkugel" in Bremen und "The Golden Shop" in Göttingen. Alle drei waren von einer unabhängigen Jury ausgewählt worden, wurden jedoch später im Rahmen des sogenannten Haber-Verfahrens disqualifiziert – einem behördlichen Prüfmechanismus zur Abwehr extremistischer Tendenzen bei staatlich geförderten Projekten. Weimer begründete den Ausschluss mit "verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen" und betonte, er habe auf Grundlage amtlicher Berichte handeln müssen.

Andrea Wemheuer, Leiterin des ver.di-Landesbezirks, nannte den Schritt "katastrophal" und eine direkte Gefahr für die kulturelle Freiheit. Buchhandlungen seien unverzichtbare Orte des Austauschs und der Kreativität, so Wemheuer. Die Gewerkschaft zeigte sich solidarisch mit den betroffenen Läden, und auch aus der Verlags- und Buchhandelsbranche gab es breite Unterstützung.

Weimer verteidigte seine Entscheidung in Interviews mit der Funke Mediengruppe. Das Verfahren sei bereits von seinen Vorgängerinnen und Vorgängern hunderte Male angewendet worden, argumentierte er. Die Überprüfung sei notwendig geworden, nachdem die ursprünglichen Jury-Entscheidungen von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zurückgewiesen worden seien.

Die drei Buchhandlungen gehen nun leer aus – zumindest bei der diesjährigen Preisvergabe. Branchenvertreter hinterfragen weiterhin die Transparenz des Ausschlussverfahrens. Die Debatte dreht sich nun darum, welche Folgen solche Entscheidungen für die künftige Kulturförderung und die künstlerische Freiheit haben könnten.

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