05 May 2026, 12:18

Droht Deutschlands größter Sucht-Reha für Jugendliche die Schließung bis 2025?

Liniengraph, der Überdosierungen zeigt, die psychostimulanzien (vorwiegend Methamphetamin) mit und ohne opioidbeteiligung von 1999 bis 2021 involve.

Droht Deutschlands größter Sucht-Reha für Jugendliche die Schließung bis 2025?

Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn droht Schließung bis Juni 2025

Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn steht vor der Schließung zum 30. Juni 2025, sofern nicht kurzfristig zusätzliche Mittel bereitgestellt werden. Als größtes spezialisiertes Rehabilitationszentrum Deutschlands für Kinder und Jugendliche mit Suchterkrankungen löst die mögliche Schließung erhebliche Besorgnis aus. Die Betreiber warnen: Wird bis zum 10. Mai 2025 keine Lösung gefunden, muss die Einrichtung endgültig ihre Türen schließen.

Die Klinik bietet entscheidende Nachsorge für junge Menschen nach einer Suchtbehandlung und hilft ihnen, Rückfälle zu vermeiden. Doch das intensive Betreuungsmodell treibt die Kosten weit über die aktuellen Fördergelder hinaus. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV), die pro Patient und Tag 320 Euro übernimmt, deckt nur einen Bruchteil der tatsächlichen Ausgaben – es bleibt eine Finanzierungslücke von 70 Prozent.

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Die Träger, die Leinerstift-Gruppe, betonen, dass es in Deutschland nur 85 spezialisierte Reha-Plätze für Minderjährige gebe, davon 60 in der Bonhoeffer-Klinik. Die DRV widerspricht dieser Zahl und behauptet, bundesweit stünden 450 Plätze zur Verfügung – viele davon seien jedoch für Erwachsene und nicht für Kinder vorgesehen. Das Bündnis für Kinder- und Jugendrehabilitation warnt, der Verlust der Ahlhorner Einrichtung wäre verheerend und würde eine unverzichtbare Anlaufstelle für gefährdete junge Menschen beseitigen.

Verhandlungen mit politischen Vertretern und Förderstellen haben bisher keine Lösung für das geplante Reformmodell der Klinik gebracht. Die Leinerstift-Gruppe kritisiert das Fehlen konstruktiver Gespräche und betont, dass die Zeit drängt, um eine nachhaltige Finanzierung zu sichern.

Die Zukunft der Klinik hängt nun davon ab, ob bis zum 10. Mai zusätzliche Mittel bewilligt werden. Scheitern die Verhandlungen, wird die Einrichtung Ende Juni schließen – und damit 60 spezialisierte Reha-Plätze für Jugendliche wegfallen. Der Verlust würde eine gravierende Lücke im Nachsorgesystem für minderjährige Suchtkranke in Deutschland hinterlassen.

Quelle