18 June 2026, 12:17

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf Sanierung statt Prunkneubau

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf Sanierung statt Prunkneubau

Düsseldorf hat die Pläne für den Bau eines neuen Opernhauses nach Entwürfen des Architekturbüros Snøhetta aufgegeben. Das Projekt wurde gestoppt, nachdem die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodiert waren – ein Vielfaches des ursprünglichen städtischen Budgets. Oberbürgermeister Stephan Keller setzte den Bau offiziell aus und führte das Wehrhahn-Gelände wieder in kommunale Verwaltung zurück.

Ursprünglich wollte die Stadt ihr veraltetes Nachkriegs-Opernhaus durch Snøhettas modernen Entwurf ersetzen. Angesichts der steigenden Ausgaben suchten die Verantwortlichen nach Alternativen. Ein zurückhaltenderer Vorschlag des Frankfurter Büros raumwerk kristallisierte sich als mögliche Lösung heraus.

Der Fokus liegt nun auf der Sanierung des bestehenden Opernhauses am Hofgarten. Die Kosten für die Modernisierung werden auf 400 bis 500 Millionen Euro geschätzt. Die Entscheidung deutet auf einen größeren Trend hin, wonach in ganz Deutschland teure Kulturprojekte zurückgestuft werden.

In Rostock eskalierte unterdessen ein separater Denkmalsstreit. Der von der CDU geführte Stadtrat plante, das 1943 erbaute Volkstheater abzureißen, um Platz für Wohnungen zu schaffen. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin griff ein und stellte große Teile des Gebäudes unter Schutz. Das Theater gilt als modernistisches Wahrzeichen der DDR und war 1965 Schauplatz der Uraufführung von Peter Weiss’ Marat/Sade.

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Düsseldorfs Kehrtwende markiert das Ende eines prestigeträchtigen architektonischen Vorhabens. Die Konzentration auf die Sanierung statt auf einen Neubau spiegelt einen vorsichtigeren Umgang mit öffentlichen Finanzen wider. In Rostock sichert der Denkmalschutz des Volkstheaters ein Stück Kulturgeschichte.

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