Edenhofer fordert radikale Wende in der deutschen Klimapolitik – trotz Industrieinteressen
Sebastian FischerEdenhofer fordert radikale Wende in der deutschen Klimapolitik – trotz Industrieinteressen
Der Ökonom Ottmar Edenhofer hat die deutsche Regierung aufgefordert, ihre Klimapolitik grundlegend zu überdenken. Seine Äußerungen folgen auf eine jüngste Stellungnahme von Bundeskanzler Friedrich Merz, der die Balance zwischen industrieller Stärke und Umweltzielen betont hatte. Edenhofer warnte davor, dass kurzfristige Krisen die langfristigen Klimaschutzmaßnahmen nicht in den Hintergrund drängen dürften.
Edenhofer kritisierte die Vorstellung, Klimapolitik schwäche die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Es sei irreführend, Umweltauflagen für die Probleme der Industrie verantwortlich zu machen, argumentierte er. Stattdessen plädierte er für gut durchdachte Maßnahmen, die sowohl wirtschaftliches Wachstum als auch Nachhaltigkeit fördern.
Er schlug eine Abgabe auf neue Öl- und Gasheizungen vor, um damit sauberere Alternativen zu finanzieren. Um die Belastung für Haushalte zu verringern, regte er an, die Stromsteuer zu senken und so Wärmepumpen erschwinglicher zu machen. Bestehende Fördergelder könnten zudem helfen, die Kosten auszugleichen – möglicherweise unterstützt durch eine Klimadividende.
Der Wirtschaftswissenschaftler räumte ein, dass die Umstellung auf umweltfreundlichere Heizsysteme Hausbesitzer finanziell belaste. Dennoch betonte er, dass Klimaschutz keine Option, sondern eine Notwendigkeit für die zukünftige Sicherheit sei. Ohne sorgfältige Planung, warnte er, könnte die aktuelle Krise zu einem Anstieg fossiler Heizungsinstallationen führen.
Edenhofer widersprach auch der Auffassung, Klimaschutz sei ein Luxusproblem. Vielmehr sei er eine Voraussetzung für langfristigen Wohlstand, forderte er die Regierung auf, das Thema als Priorität und nicht als nachrangig zu behandeln.
Zu Edenhofers Vorschlägen gehören gezielte Steuern und Subventionen, um den Ausstieg aus fossilen Heizsystemen zu beschleunigen. Seine Warnungen unterstreichen die Gefahr, dass in wirtschaftlich unsicheren Zeiten Klimaziele aus dem Blick geraten. Die Regierung sieht sich nun mit Forderungen konfrontiert, die Klimapolitik wirksamer in ihre Industriestrategie zu integrieren.






