Emmendingen streicht Abendbusse – Gemeinden müssen selbst zahlen oder auf Verbindungen verzichten
Sebastian FischerEmmendingen streicht Abendbusse – Gemeinden müssen selbst zahlen oder auf Verbindungen verzichten
Der Landkreis Emmendingen hat Sparpläne vorgelegt, um die Haushaltsbelastung zu verringern. Dazu gehören Änderungen im Busverkehr, die mehrere Gemeinden in der Region betreffen werden. Die Vorschläge werden nun vom Umwelt- und Technikausschuss geprüft.
Als erste Maßnahme sollen Abendverbindungen gestrichen werden. Die Kündigung von Verträgen für Abendlinien auf Entwicklungsstrecken könnte jährlich rund 100.000 Euro einsparen. Die reduzierten Abendverbindungen sollen mit der Fahrplanumstellung im Dezember in Kraft treten.
Die Gemeinden Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim müssen nun entscheiden, ob sie diese Verbindungen selbst finanzieren wollen. Ohne zusätzliche Mittel könnten einige Busse bereits ab 20 Uhr ausfallen. Radikalere Optionen – wie die vollständige Streichung aller Fahrten nach 22 Uhr oder die Reduzierung hochfrequentierter Linien – wurden diskutiert, aber nicht weiterverfolgt.
Durch weitere Optimierungen im Schülerverkehr und im regulären Busbetrieb könnten bis 2027 zusätzliche 200.000 Euro eingespart werden. Eine Verkehrsuntersuchung im Jahr 2027 soll dann über mögliche weitere Kürzungen ab 2028 entscheiden. Dennoch plant der Landkreis, im Jahr 2026 weiterhin etwa 9 Millionen Euro in den ÖPNV und den Schülertransport zu investieren.
Der Umwelt- und Technikausschuss wird die Vorschläge am 29. Juni beraten. Die endgültige Entscheidung trifft der Kreistag am 20. Juli. Ziel der Maßnahmen ist es, Ausgaben zu senken, ohne den Kernbetrieb einzuschränken. Die Gemeinden haben das letzte Wort, ob sie die Abendverbindungen aufrechterhalten. Die ersten Änderungen werden noch in diesem Jahr in den Fahrplänen sichtbar sein.
