Erdrutschsieg der Freien Wähler: Neuer Landrat im Landkreis Miesbach gekürt
Lotta BrandtErdrutschsieg der Freien Wähler: Neuer Landrat im Landkreis Miesbach gekürt
Jens Zangenfeind von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) hat die Stichwahl um das Amt des Landrats im Landkreis Miesbach mit einem Erdrutschsieg für sich entschieden. Bei der Abstimmung am 22. März 2026 erzielte er 78 Prozent der Stimmen und besiegte damit den CSU-Kandidaten Franz Schnitzenbaumer. Das Ergebnis markiert eine deutliche Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse im oberbayerischen Landkreis Miesbach.
Die Wahl war notwendig geworden, nachdem der amtierende Landrat Olaf von Löwis (CSU) auf eine zweite Amtszeit verzichtet hatte. Sein Parteikollege Schnitzenbaumer, ehemaliger Bürgermeister von Schliersee, konnte kaum Unterstützung mobilisieren und kam lediglich auf 22 Prozent. Zangenfeind, der zuvor als Bürgermeister von Hausham amtiert hatte, setzte sich klar gegen ihn durch.
Der Sieg gelang Zangenfeind bei einer Wahlbeteiligung von 50,2 Prozent. Im ersten Wahlgang hatten die Grünen 12,2 Prozent und die SPD 5,3 Prozent erreicht – ein mögliches Indiz für künftige Koalitionsoptionen der FWG. Zwar bleibt die genaue Auswirkung auf die lokale Parteilandschaft noch unklar, doch schwächt das Ergebnis die jahrzehntelange Dominanz der CSU in der Region.
Für die FWG bedeutet der Wahlsieg die erste Übernahme der Landkreisverwaltung, die bisher vom scheidenden, grünen unterstützten Landrat Wolfgang Rzehak geführt wurde. Offizielle Bestätigungen zu Koalitionsgesprächen oder politischen Kurswechseln stehen noch aus, da die Ergebnisse vorläufig sind.
Die Stichwahl hat Zangenfeind ein klares Mandat erteilt und die Ära der CSU an der Spitze der Landkreisverwaltung beendet. Mit der Unterstützung von fast vier Fünfteln der Wähler ist die FWG nun in einer starken Position, um die lokale Politik zu prägen. Die nächsten Schritte hängen von den formalen Verhandlungen und der endgültigen Feststellung des Wahlergebnisses ab.






