Europas Industrie rebelliert gegen teure CO₂-Regeln und fordert EU-Reformen
Sebastian FischerEuropas Industrie rebelliert gegen teure CO₂-Regeln und fordert EU-Reformen
Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen haben in einem Brief an die EU-Spitze dringende Reformen des Emissionshandels gefordert. Zu den Unterzeichnern zählen Konzerne wie ArcelorMittal, BP und BASF, die argumentieren, das aktuelle System untergrabe die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie. Die Unternehmen kritisieren, dass die steigenden CO₂-Kosten nicht mehr gerechtfertigt seien, da Europa mit seiner Klimapolitik weitgehend alleinstehe.
Im Rahmen des EU-Emissionshandels müssen Industrieanlagen Zertifikate für ihre Treibhausgasemissionen erwerben. Während früher ein Teil der Berechtigungen kostenlos zugeteilt wurde, müssen die meisten nun auf dem Markt gekauft werden. Dadurch sind die Kosten gestiegen, da die Reduzierung der Emissionen schneller voranschreitet als die schrumpfende Menge an kostenlosen Zertifikaten.
Das EU-Klimapaket „Fit für 55“ hat diese Entwicklung beschleunigt, um die globale Erwärmung zu begrenzen. Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein – eine Abgabe auf kohlenstoffintensive Importe. Ausnahmen gelten für Länder mit eigenem Emissionshandelssystem.
Die Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen in Klimamaßnahmen wie den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur. Doch in dem Schreiben heißt es, die Netze für Strom, Wasserstoff und CO₂-Transport seien nach wie vor unzureichend. Die Unternehmen warnen, ohne Kurskorrektur drohe der europäischen Industrie weiterer Schaden.
Die Hersteller betonen, das aktuelle System spiegle die globale Realität nicht wider. Sie fordern sofortige Maßnahmen, um den Kostenanstieg zu stoppen und die europäische Industrie zu schützen. Zudem wird in dem Brief die Notwendigkeit besserer Infrastruktur betont, bevor weitere Klimavorgaben umgesetzt werden.






