Evonik profitiert von Methionin-Knappheit – Aktie klettert nach Preisanstieg
Philipp FischerEvonik profitiert von Methionin-Knappheit – Aktie klettert nach Preisanstieg
Evonik-Aktie steigt stark an – Methionin-Knappheit treibt Preise in die Höhe
Der Aktienkurs von Evonik ist nach einer Versorgungsengpass bei Methionin deutlich gestiegen, der die Preise für den wichtigen Futtermittelzusatz in die Höhe schnellen ließ. Die Verknappung geht auf die zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zurück, die Produktion und Handelsrouten beeinträchtigen. Gleichzeitig hat das Unternehmen neue finanzielle Ziele vorgelegt und eine nachhaltige Produktlinie eingeführt, um strengere Umweltvorschriften zu erfüllen.
Jahre lang wuchs der globale Methionin-Markt stetig. Zwischen 2024 und Anfang 2026 stieg die Produktionskapazität auf etwa 1,8 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Nachfrage nahm mit dem weltweiten Anstieg der Viehzucht zu, während die Preise aufgrund von Rohstoffkosten und Lieferkettenproblemen zwischen 2.500 und 3.500 US-Dollar pro Tonne schwankten. Die wichtigsten Hersteller – Evonik in Deutschland, Adisseo in Frankreich und Bluestar in China – sahen sich dabei kontinuierlichen Herausforderungen gegenüber.
Die aktuelle Verknappung hat Evonik nun jedoch veranlasst, die Methionin-Preise weltweit um 10 Prozent anzuheben. Unter der Marke MetAMINO® vertrieben, ist die Aminosäure ein unverzichtbarer Bestandteil von Tierfutter. Zudem sichert sich das Unternehmen durch Gaspreis-Absicherungen einen Wettbewerbsvorteil, der die Margen in diesem Geschäftsbereich stabilisiert.
Finanziell erreichte Evonik 2025 eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von 6,1 Prozent – deutlich unter dem mittelfristigen Ziel von 11 Prozent. Dennoch hält das Unternehmen an seiner EBITDA-Prognose für 2026 in Höhe von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro fest. Die Aktionäre erhalten für 2025 eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie; ab 2026 gilt eine neue Ausschüttungspolitik, die 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses vorsieht. Der Quartalsbericht für das erste Quartal 2026 wird am 8. Mai veröffentlicht.
Über die Finanzzahlen hinaus hat Evonik eine PFAS-freie Anti-Graffiti-Beschichtung auf den Markt gebracht, die den verschärften Umweltauflagen in Europa und Nordamerika entspricht. Damit stärkt das Unternehmen sein Portfolio im Bereich Spezialchemie, während Behörden schädliche Substanzen zunehmend regulieren.
Während die Methionin-Preiserhöhung und die Lieferengpässe der Evonik-Aktie kurzfristig Auftrieb verleihen, könnten die Gasabsicherungen und neuen Produktlinien langfristig die schwächeren ROCE-Werte ausgleichen. Anleger werden den Bericht vom 8. Mai genau verfolgen, um zu prüfen, ob das Unternehmen seine Ziele für 2026 erreichen kann.






