Florentina Holzinger entfesselt ein radikales Pfingst-Spektakel zwischen Kunst und Chaos
Sebastian FischerFlorentina Holzinger entfesselt ein radikales Pfingst-Spektakel zwischen Kunst und Chaos
Florentina Holzinger inszeniert ein kühnes Pfingst-Spektakel zwischen Theater und Performance in Wien
Die Aufführung erstreckte sich über zwei Schauplätze: Den Auftakt bildete der Wiener Eislaufverein, bevor das Geschehen nach Schloss Prinzendorf verlagert wurde – dem historischen Sitz von Hermann Nitschs Orgien-Mysterien-Theater. Das Publikum wurde per Bus zum zweiten Teil des opulenten Events gebracht.
Den Beginn markierte ein atemberaubendes Bild: Eine nackte Frau ließ sich an der Fassade des Intercontinental Hotels hinab. Diese Szene erinnerte an die Choreografien von Trisha Brown und setzte einen dramatischen Akzent für den Abend. Holzinger entfesselte im Folgenden ein chaotisches Zusammenspiel aus Elementen – Autos, ein Motorrad und sogar ein Fallschirmsprung – die die Intensität des Spektakels steigerten.
Ein Fallschirmspringer mit einem taubenförmigen Helm landete vor dem Schloss auf dem Feld, eine Geste, die als Friedensappell gedeutet wurde. Der Höhepunkt folgte, als ein Monstertruck scheinbar einen Panzer zerquetschte – doch es handelte sich um eine raffiniert gebaute Attrappe aus Holz. Auf diesen Moment der Zerstörung folgte eine Performance, bei der eine Darstellerin gekreuzigt und von Drohnen mit roter Farbe besprüht wurde – eine direkte Hommage an Nitschs provokatives Erbe.
Den Abschluss bildete ein surrealer Anblick: Holzinger und ihr Ensemble schwebten im Burghof, sanft in der Luft pendelnd.
Holzingers Pfingststück verband Schock und Symbolik, knüpfte an Nitschs radikale Traditionen an und fügte ihre eigene theatralische Handschrift hinzu. Die Inszenierung vereinte Zerstörung, Spektakel und stille Reflexion – ein bleibender Eindruck für die Zuschauer. Durch den Einsatz unkonventioneller Materialien und einer dramatischen Bühnenführung setzte die Künstlerin ein mutiges künstlerisches Statement.






