22 April 2026, 18:20

Frankreichs neuer konservativer Thinktank mischt die Debatte vor 2027 auf

Cartoon, das französische Demokraten bei der Überraschung von royalen Flüchtlingen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Frankreichs neuer konservativer Thinktank mischt die Debatte vor 2027 auf

Neues konservatives Thinktank: Das Institut de l'Espérance will Frankreichs politische Debatte prägen

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

2022 gründete der Milliardär Vincent Bolloré in Frankreich das Institut de l'Espérance, ein neues konservatives Thinktank, das die politische Diskussion durch eine Mischung aus wirtschaftsliberalen Prinzipien, traditionellen christlichen Werten und einer kritischen Haltung gegenüber Multikulturalismus mitgestalten will. Die Verantwortlichen beschreiben die Initiative als eine Bewegung, die nach praktischen Lösungen für die Herausforderungen der Gegenwart sucht.

Das von dem katholischen Unternehmer und konservativen Geschäftsmann ins Leben gerufene Institut stützt sich stark auf die Soziallehre der katholischen Kirche. Es ist Teil eines größeren Netzwerks rechtspopulistischer und konservativer Gruppen sowie Medien in Frankreich, die im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027 Einfluss auf die öffentliche Debatte nehmen wollen.

Zum Führungsteam gehören Jean-Christophe Thiery, Philippe Royer und Chantal Barry – allesamt überzeugte christdemokratische Akteure. Gemeinsam prüfen sie rund 100 Politikvorschläge, die von verschärften Einwanderungskontrollen über Kürzungen der Staatsausgaben bis hin zu Anreizen für Unternehmensgründungen reichen. Auch eine Reform des sozialen Wohnungsbaus steht auf der Agenda.

In der Abtreibungsfrage setzt sich das Institut nicht für eine Rücknahme bestehender Rechte ein. Stattdessen schlägt es vor, Gesetze abzuschaffen, die Handlungen verbieten, die von einer Abtreibung abraten könnten. Darüber hinaus wirbt die Gruppe für die Wiederbelebung traditioneller patriotischer Symbole, etwa durch die Wiedereinführung von Schuluniformen oder Fahnenappellen an Schulen.

Langfristig strebt das Thinktank an, ein einheitliches ideologisches Gerüst für konservative Kräfte zu schaffen. Es verbindet marktwirtschaftliche Prinzipien mit der Verteidigung traditioneller Werte und einer skeptischen Haltung gegenüber dem Multikulturalismus. Kulturelles Engagement und politische Reflexion bilden dabei die zentralen Säulen seiner Arbeit.

Das Institut de l'Espérance positioniert sich zunehmend als prägende Stimme im französischen Konservatismus. Mit seinem Mix aus wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Ideen will es die Debatten vor der nächsten Präsidentschaftswahl mitbestimmen. Die Vorschläge des Instituts – von Migration bis Bildung – dürften bis 2027 weiter an Aufmerksamkeit gewinnen.

Quelle