27 April 2026, 12:24

Fünf Monate Untersuchungshaft ohne Urteil: Anette W. kämpft um Gerechtigkeit und ihre Tochter

Ein Blatt mit einer Zeichnung eines besorgten Mannes, der zwei weinende Kinder hält, begleitet von handgeschriebener Text, der besagt, "Thompson hatte keine Opfer, um die Kinder zu lassen, und sie weinten alle zu der Zeit."

Fünf Monate Untersuchungshaft ohne Urteil: Anette W. kämpft um Gerechtigkeit und ihre Tochter

Anette W. ist nach fünf Monaten Untersuchungshaft aus der Frauenhaftanstalt Hildesheim entlassen worden. Sie wurde nie wegen einer Straftat verurteilt, sondern auf richterliche Anordnung inhaftiert, weil sie sich angeblich geweigert hatte, ihre Tochter herauszugeben. Nun, da sie wieder in Freiheit ist, steht sie vor einer ungewissen Zukunft – und vor der Frage, ob sie die Entscheidung anfechten kann, die sie Haus und Stabilität gekostet hat.

Der Konflikt begann 2021, als sich Anette W.s Tochter von ihrem Vater los sagte und zu ihr zog. Es folgte ein Sorgerechtsstreit, der trotz gerichtlicher Vermittlungsversuche nicht beigelegt werden konnte. 2023 zog Anette mit ihrer Tochter nach Frankfurt. Zwei Jahre später, im November 2025, wurde sie dort festgenommen und zunächst in einer Polizeizelle ohne Bettzeug oder Beschäftigungsmöglichkeiten festgehalten.

Später wurde sie in die Haftanstalt Hildesheim verlegt, wo die Bedingungen aufgrund von Schimmelbefall und chronischem Personalmangel hart waren. Anette betonte stets, sie habe dem Vater wiederholt angeboten, die Tochter abzuholen – doch das Gericht verurteilte sie zu 150 Tagen Beugehaft. Die Inhaftierung bezeichnete sie als willkürlich und warf dem Gericht vor, falsche Aussagen über das Wohl ihrer Tochter gemacht zu haben.

Am Freitagmorgen, nach ihrer Entlassung, traf Anette W. mit dem Jugendamt zusammen. Man entschied, dass ihre Tochter vorerst bei ihr bleiben darf – ein kleiner Lichtblick nach Monaten der Trennung und des juristischen Kampfes.

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Nun steht Anette W. vor der Herausforderung, ihr Leben wieder aufzubauen, nachdem sie ihre Wohnung verloren hat und monatelang inhaftiert war. Zwar hat sie das Sorgerecht für ihre Tochter zurückerhalten, doch das Erlebte lässt sie an der Gerechtigkeit des Verfahrens zweifeln. Unklar bleibt, wie ein möglicher Rechtsbehelf ausgehen wird.

Quelle