Gabriele Stötzers kraftvolle Kunst zwischen Widerstand und Wollfiguren im Gropius Bau
Lotta BrandtGabriele Stötzers kraftvolle Kunst zwischen Widerstand und Wollfiguren im Gropius Bau
Gropius Bau in Berlin zeigt große Einzelausstellung der 73-jährigen Künstlerin Gabriele Stötzer
Die Berliner Ausstellung präsentiert rund 150 Werke der Künstlerin, darunter Videos, Fotografien, Modeentwürfe und große Wollfiguren von Frauen. Die Schau läuft bis zum 6. Dezember, mit einer geplanten Dachperformance Stötzers im August.
Gabriele Stötzers künstlerischer Werdegang ist geprägt von innovativem Schaffen und politischem Widerstand. In der DDR wurde sie für ein Jahr inhaftiert, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Im Gefängnis vertrieb sie sich die Zeit mit dem Nähen von Strumpfhosen.
1989 spielte sie eine zentrale Rolle bei der Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt. Zudem gehörte sie zu den Gründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und setzte sich für mehr Sichtbarkeit von Künstlerinnen ein. Trotz ihrer Vergangenheit lehnt sie es ab, lediglich als „DDR-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden.
Noch in diesem Herbst wird Stötzer mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einer der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands.
Die Ausstellung bietet einen umfassenden Einblick in ihr vielseitiges und einflussreiches Werk. Bis Anfang Dezember können Besucher:innen ihre Arbeiten erleben, während die geplante Dachperformance der Schau eine lebendige Dynamik verleiht. Die bevorstehende Ehrung unterstreicht ihren Status als eine der prägendsten Figuren der zeitgenössischen Kunst.






