Gorleben bleibt Atommüll-Zwischenlager bis 2054 – doch wie sicher ist das?
Tobias NeumannGorleben bleibt Atommüll-Zwischenlager bis 2054 – doch wie sicher ist das?
Atommüll-Zwischenlager Gorleben muss deutlich länger betrieben werden als geplant
Das deutsche Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle in Gorleben wird weit länger in Betrieb bleiben müssen als ursprünglich vorgesehen. Die aktuelle Genehmigung läuft zwar bis 2034, doch nun wurde ein Antrag auf Verlängerung um weitere 20 Jahre gestellt. Da die Suche nach einem Endlager für atomaren Abfall verzögert wird, muss der Standort auch über das ursprüngliche Auslaufdatum 2031 hinaus genutzt werden.
In Gorleben lagern derzeit 113 CASTOR-Behälter mit abgebrannten Brennelementen und Wiederaufarbeitungsabfällen. Diese wurden zwischen 1995 und 2011 in 13 Transporten angeliefert – jeder davon von massiven Protesten begleitet. Die oberirdische Lagerhalle im Gorlebener Wald verfügt über dünnere Wände und Decken als neuere Standorte: Die Stahlbetonwände sind nur 50 Zentimeter dick, die Dachplatte misst lediglich 20 Zentimeter.
Der Betreiber BGZ begründet die Verlängerung mit Sicherheitsaspekten und verweist auf regelmäßige Überprüfungen alle zehn Jahre. Seit 2024 errichtet das Unternehmen eine zehn Meter hohe Schutzbarriere aus Stahlbeton um die Anlage. Dennoch äußert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüneburg-Dannenberg Bedenken, ob der Standort auf Dauer Terroranschlägen oder Kriegsereignissen standhalten kann.
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung begleitet das Genehmigungsverfahren für die Verlängerung. Ohne absehbare Endlagerlösung werden Zwischenlager wie Gorleben noch über Jahrzehnte betrieben werden müssen.
Eigentlich war die Anlage in Gorleben nur als vorübergehende Lösung konzipiert. Nun zeichnet sich ab, dass die Genehmigung bis 2054 verlängert wird – ein Endlager wird vor diesem Zeitpunkt nicht erwartet. Der weitere Betrieb hängt davon ab, ob die Sicherheitsstandards eingehalten und die anhaltenden Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden können.
