Gorlebens Atomlager: Genehmigung läuft aus – doch der Streit geht weiter
Tobias NeumannGorlebens Atomlager: Genehmigung läuft aus – doch der Streit geht weiter
Atomanlagen-Zwischenlager Gorleben steht vor wachsender Kritik – Genehmigung läuft bald aus
Das Atommüll-Zwischenlager Gorleben in Deutschland gerät zunehmend in die Kritik, da die befristete Betriebsgenehmigung bald ausläuft. Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), die für die Verwaltung von Atommüll zuständig ist, hat einen Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung um weitere 20 Jahre gestellt – trotz anhaltender Sicherheitsbedenken und öffentlichem Widerstand.
Das Lager in Gorleben, zwischen 1982 und 1983 erbaut, war Deutschlands erstes Zwischenlager für hochradioaktiven Abfall. Die Wände aus Stahlbeton sind 50 Zentimeter dick, die Dachplatte misst 20 Zentimeter. Dennoch argumentieren Kritiker, die Anlage bleibe anfällig für terroristische oder militärische Angriffe – selbst nachdem die BGZ 2024 mit dem Bau einer zehn Meter hohen Schutzwand um das Gelände begonnen hat.
Lokale Aktivisten in der Region Wendland bezeichnen das Lager spöttisch als „Kartoffelscheune“ und behaupten, die Konstruktion biete unzureichenden Schutz. Unter dem Druck von Umweltschutzgruppen verhängten die Behörden zwar eine Flugverbotszone über Gorleben, doch Anwohner berichten von häufigen Verstößen. Die aktuelle Genehmigung läuft 2034 aus, doch die Suche nach einem Endlager zieht sich seit Jahren hin – ein Abschluss ist für Jahrzehnte nicht in Sicht.
Sollte die Verlängerung genehmigt werden, könnte Gorleben weiterhin als Zwischenlager dienen. Die Castor-Behälter müssten später vor dem endgültigen Transport in ein künftiges Endlager noch einmal über eine kurze Strecke umgelagert werden.
Die Debatte um die Zukunft Gorlebens unterstreicht die Herausforderungen der Atommüll-Entsorgung in Deutschland. Da es noch immer keine langfristige Lösung gibt, könnte die vorübergehende Nutzung des Lagers weit über den ursprünglich geplanten Zeitraum hinaus andauern. Sicherheits- und Schutzfragen stehen dabei weiterhin im Mittelpunkt der Diskussion.
