Grüne in Rheinland-Pfalz setzen auf rein weibliche Führung und mehr Bürgerbeteiligung
Philipp FischerGrüne in Rheinland-Pfalz setzen auf rein weibliche Führung und mehr Bürgerbeteiligung
Die Grünen in Rheinland-Pfalz formen ihre Führung nach der Landtagswahl im März um. Zum ersten Mal in der Geschichte der Partei wird ein rein weibliches Team die Landesführung übernehmen. Die Gruppe kündigte zudem an, die Bürgerbeteiligung zu stärken, indem sie zunächst Anliegen der Bevölkerung aufgreift, bevor neue Politikkonzepte erarbeitet werden.
Katrin Eder wurde zur neuen Fraktionsvorsitzenden im Mainzer Landtag gewählt. Die Grünen verfügen zwar über zehn Mandate, werden nach 15 Jahren Regierungsbeteiligung jedoch in die Opposition wechseln.
Bei der Wahl im März erreichten die Grünen 7,9 Prozent der Stimmen und verpassten damit den Wiedereinzug in die Landesregierung. Dennoch hat die Partei zügig reagiert und eine neue Landesführung gewählt – erstmals ausschließlich mit Frauen besetzt.
Carolin Cloos aus Worms setzte sich mit 72,28 Prozent der Stimmen als eine der beiden neuen Co-Vorsitzenden durch. An ihrer Seite steht Christin Sauer, eine 33-jährige Politikerin aus Mainz, die im ersten Wahlgang 63,37 Prozent erreichte. Sauer ist seit 2019 Stadträtin in Mainz und leitete zuvor den örtlichen Grünen-Kreisverband.
Katrin Eder, nun Fraktionschefin, geriet während des Wahlkampfs in die Kritik. Gegner warfen ihr vor, sich mit dem Projekt „Schwarmkraftwerk“ zu brüsten – eine Initiative, die ursprünglich vom Mainzer FDP-Politiker Volker Hans ins Leben gerufen worden war.
Die Partei signalisiert einen strategischen Kurswechsel: Künftig soll der Dialog mit den Wählerinnen und Wählern im Vordergrund stehen. Bevor neue Vorhaben vorgeschlagen werden, will man zunächst Bürgeranliegen aufnehmen und Feedback einholen.
Mit zehn Sitzen im Landtag gehen die Grünen nun in die Opposition. Das neue Führungsteam setzt darauf, durch verstärkte Bürgerbeteiligung wieder an Zustimmung zu gewinnen. Ob dies gelingt, hängt davon ab, wie überzeugend die Partei in der kommenden Legislaturperiode die Prioritäten der Wähler aufgreift.






