14 March 2026, 06:38

Günther Jauch kauft Loriots historisches Anwesen am Starnberger See

Ein Restaurant in Berlin mit Holztischen und -stühlen, umgeben von Pflanzen und Lichtern, mit einem großen Fensterblick auf Menschen, die auf der Straße gehen, Gebäude und den Himmel.

Günther Jauch kauft Loriots historisches Anwesen am Starnberger See

Günther Jauch hat das ehemalige Anwesen von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Das Grundstück gehörte einst dem legendären deutschen Komiker, der unter seinem Künstlernamen Loriot weltbekannt wurde. Jauch, ein langjähriger Verehrer von Loriots Humor, könnte das Haus als Hommage an den verstorbenen Satiriker erworben haben.

Loriot, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, stammte aus einer adligen mecklenburgischen Familie. Sein Künstlername war vom Pirol inspiriert – einem Vogel, der im Wappen seiner Familie abgebildet war.

In den 1950er-Jahren wurde Loriot mit humorvollen Büchern wie Unentbehrliches Benehmen in feiner Gesellschaft und Glücklich verführt: 20 erprobte Liebestricks von zwei Kennern berühmt. Später erweiterte er seine Karriere auf Film und Fernsehen, wo er zur Kultfigur wurde.

Obwohl er das Haus am Starnberger See besaß, entstanden viele seiner bekanntesten Werke an anderen Orten. Die Komödie Pappa ante Portas von 1982, mit Evelyn Hamann in einer Hauptrolle, wurde in München, Pullach und in den Studios in Geiselgasteig gedreht. Die Szene, in der Heinrich Lohse entlassen wird, spielte sich im Axel-Springer-Haus in Berlin-Kreuzberg ab, während die Geburtstagsfeier von Renate Lohses Mutter am Ahlbecker Pier auf Usedom gefilmt wurde.

Andere Produktionen wie der Sketch Ödipus aus der Loriot's Großen Sketchshow von 1978 entstanden in Hamburger Studios. Die Bayerischen Alpen bei Garmisch-Partenkirchen dienten als Kulisse für den berühmten Sketch Die Jodelschule. Selbst der Speisesaal in Pappa ante Portas wich vom ursprünglichen Foto ab, da Loriots Sohn Dieter in späteren Versionen nicht mehr zu sehen war.

Jauchs Kauf passt zu seinem Engagement für den Erhalt kultureller Stätten. Zuvor hatte er bereits die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam unterstützt. Ob das Anwesen am Starnberger See als privater Rückzugsort erhalten bleibt oder zu einer öffentlichen Gedenkstätte umgestaltet wird, ist noch unklar.

Loriots Vermächtnis umfasst Bücher, Filme und Fernsehproduktionen, von denen viele fernab seines Hauses am Starnberger See entstanden. Mit Jauchs Erwerb erhält das Anwesen eine weitere historische Dimension, die zwei prägende Persönlichkeiten der deutschen Kultur verbindet. Die Zukunft des Hauses – und eine mögliche Verbindung zu Loriots Werk – steht noch nicht fest.

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