Hannovers OB Onay attackiert Sparpläne: "Kürzungen bei Sozialleistungen sind verantwortungslos"
Tobias NeumannHannovers OB Onay attackiert Sparpläne: "Kürzungen bei Sozialleistungen sind verantwortungslos"
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay hat eine Liste vorgeschlagener Einsparungen scharf kritisiert, durch die Sozialleistungen in deutschen Kommunen um bis zu 8,6 Milliarden Euro gekürzt werden könnten. Betroffen wären insbesondere Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderungen, Kinder und Jugendliche – Maßnahmen, die Onay als verantwortungslos und schädlich für die lokalen Gemeinschaften bezeichnet. Angesichts einer bereits bestehenden Schuldenlast von zwei Milliarden Euro in der Stadt unterstreicht der Streit die wachsende finanzielle Belastung der Kommunen.
Die Einsparvorschläge von Bund und Ländern zielen auf Leistungen ab, zu deren Erbringung Hannover gesetzlich verpflichtet ist. Onay argumentiert, dass diese Kosten von höheren Regierungsebenen getragen werden müssten – und nicht durch Kürzungen bei unverzichtbarer Unterstützung. Statt Leistungen komplett zu streichen, schlägt sie vor, Bürokratie abzubauen und die Effizienz zu steigern, um die finanzielle Not zu lindern.
Hannover hat bereits einen eigenen Sparplan an das Land Niedersachsen übermittelt. Die Stadt kann jedoch nur bei "freiwilligen" Ausgaben – etwa in den Bereichen Kultur, Sport und Jugendförderung – Kürzungen vornehmen, um ihr Haushaltsdefizit auszugleichen. Um Verluste auszugleichen, wird eine Bibliothek zu einem Bürgerzentrum umfunktioniert und eine Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gestartet.
Die finanzielle Lage der Stadt hat sich leicht verbessert, da die Gewerbesteuereinnahmen nach dem pandemiebedingten Einbruch wieder angestiegen sind. Dennoch bleibt die Schuldenlast hoch, und Onay warnt, dass die geplanten Kürzungen die Ungleichheit verschärfen und schutzbedürftige Gruppen ohne notwendige Hilfe zurücklassen würden.
Der Konflikt stellt Hannover vor schwierige Entscheidungen. Ohne zusätzliche Mittel von Land oder Bund könnte die Stadt gezwungen sein, Leistungen zu reduzieren, auf die die Bürgerinnen und Bürger angewiesen sind. Onays Widerstand gegen die Sparpläne spiegelt eine breitere Sorge wider: Wie sollen Kommunen steigende Kosten bewältigen, ohne dabei den sozialen Zusammenhalt und die grundlegende Versorgung ihrer Gemeinschaften zu gefährden?






