Heidebad in Halle-Nietleben verweigert Eintritt bei mangelnden Deutschkenntnissen – und löst Empörung aus
Lotta BrandtHeidebad in Halle-Nietleben verweigert Eintritt bei mangelnden Deutschkenntnissen – und löst Empörung aus
Freischwimmbad Heidebad in Halle-Nietleben führt umstrittene Regel ein: Zutritt nur mit ausreichenden Deutschkenntnissen
Das Heidebad in Halle-Nietleben hat eine kontroverse Regel eingeführt: Personen mit unzureichenden Deutschkenntnissen wird der Zutritt verwehrt. Die Entscheidung sorgt für scharfe Kritik bei Aktivist:innen und kommunalen Politiker:innen.
Die Badleitung begründet die Maßnahme mit Sicherheitsbedenken. Doch die Initiative „Eltern gegen Rechts Halle“ verurteilt die Regel als diskriminierend und sachlich unbegründet. Sprachkenntnisse seien kein Indikator für Sicherheitsbewusstsein oder Verantwortungsgefühl, argumentieren die Aktivist:innen.
Auch die Stadträtinnen Silke Burkert und Katharina Kohl lehnen die Beschränkung ab. Der Zugang zu öffentlichen Einrichtungen dürfe nicht von Sprachkompetenz oder Herkunft abhängen, betonen sie. Zudem warnen sie, dass die Regel gehörlose, schwerhörige oder sprachbehinderte Menschen ungerechtfertigt ausschließe und damit gegen Grundsätze der Barrierefreiheit verstoße.
„Eltern gegen Rechts“ schlägt stattdessen Maßnahmen vor, um die Sicherheit zu erhöhen – etwa mehrsprachige Sicherheitshinweise, visuelle Kommunikation, zusätzliches Personal, gezielte Schulungen und den Dialog mit betroffenen Gruppen. Die Regel biete keinen echten Sicherheitsgewinn, könnte aber gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen, so die Initiative.
Die Gruppe fordert die sofortige Rücknahme der Regelung und setzt sich für inklusive Lösungen ein, die die Sicherheit aller Besucher:innen gewährleisten. Die Kritik an der Entscheidung ist groß: Sie zemente Vorurteile und untergrabe die Integration.
