Heino rockt Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann und entfacht Hymnen-Debatte
Tobias NeumannHeino rockt Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann und entfacht Hymnen-Debatte
Heino gab in Bad Belzig ein Solidaritätskonzert für den Feuerwehrmann Richard Münder, der entlassen wurde, nachdem er bei einer Veranstaltung 2025 eine umstrittene Version des Deutschlandlieds gespielt hatte. Der Auftritt, Teil von Heinos Made in Germany-Tournee, befeuerte erneut die langjährige Debatte über die politische Haltung des Sängers und die problematische erste Strophe der Nationalhymne.
Rund 800 Zuschauer, darunter viele Angehörige der Feuerwehr, besuchten das Konzert und jubelten dem 86-jährigen Star zu, als er Volksmusik-Klassiker wie Rosamunde und Blau blüht der Enzian sang – und sogar eine Rock-Version von Layla zum Besten gab. Die Bühne war mit einem großen Bundesadler und den Farben der deutschen Flagge gestaltet. Heinos Vortrag der ersten Strophe des Deutschlandlieds – eine Aufnahme, die er in den 1970er-Jahren auf Bitten des CDU-Politikers Hans Filbinger einspielte – sollte auf Münders Fall aufmerksam machen. Der Feuerwehrmann hatte seinen Job verloren, nachdem er dieselbe Version 2025 bei einer Veranstaltung in Torgau gespielt und sich damit dem Vorwurf rechtsextremer Sympathien ausgesetzt gesehen hatte. Münder wies die Vorwürfe zurück und sprach von einem Missverständnis.
Heinos politische Einstellung ist seit Langem umstritten. Trotz seiner Unterstützung für die CDU in den 1970er-Jahren und der umstrittenen Hymnenaufnahme distanziert er sich wiederholt von rechtsextremen Zuschreibungen und fragt: "Warum soll ich rechts sein, nur weil ich Volkslieder singe?" In jüngerer Zeit forderte er öffentlich ein Verbot der rechtsextremen AfD und bestätigte, die sozialdemokratische SPD gewählt zu haben. Auch sein Manager, Helmut Werner, betonte, Heino habe keine Verbindungen zur extremen Rechten.
Das Konzert in Bad Belzig stieß auf Widerstand: Als Protest wurden Gegenveranstaltungen wie Knallbunt ist die Haselnuss organisiert. Heino selbst präsentierte den Auftritt als Plädoyer für eine "zweite Chance" für Münder und verband Musik mit einer Aussage zur Meinungsfreiheit.
Die Veranstaltung rückte Heino erneut in den Mittelpunkt der Diskussionen über Patriotismus, Zensur und politische Deutungshoheit. Während Münders Entlassung noch geprüft wird, unterstrich Heinos Auftritt die anhaltende Kontroverse um das Deutschlandlied und seine erste Strophe. Die Reaktionen auf das Konzert spiegeln die fortbestehenden Gräben wider, wenn es um nationale Symbole und künstlerische Freiheit geht.






