Hitze im Bundestag: Wer ist schuld an der wachsenden Gewalt an Schulen?
Sebastian FischerHitze im Bundestag: Wer ist schuld an der wachsenden Gewalt an Schulen?
Im Bundestag ist eine hitzige Debatte über die zunehmende Gewalt an deutschen Schulen entbrannt. Saskia Esken, Vorsitzende des Bildungsausschusses, bestätigte einen Anstieg von Mobbing und körperlichen Angriffen in allen Bundesländern. Auslöser der Diskussion waren zwei Anträge der rechtspopulistischen AfD, die strengere Maßnahmen gegen Schulgewalt fordert.
Die AfD-Vorschläge sahen eine bessere Erfassung von Gewalttaten sowie gezielte Schritte gegen religiös motiviertes Mobbing vor. Die stellvertretende Parteivorsitzende Beatrix von Storch führte den Anstieg der Schulgewalt auf "massive Probleme mit Migration" zurück. Esken wies dies entschieden zurück und betonte: "Migration ist nicht das Problem an unseren Schulen."
Stattdessen verwies Esken auf mangelnde Konfliktlösungsfähigkeiten bei Jugendlichen. Sie wies darauf hin, dass mittlerweile fast jeder fünfte Schüler in Deutschland von Cybermobbing betroffen ist. Auch Polizeistatistiken zeigen einen deutlichen Anstieg gewalttätiger Vorfälle an Schulen bundesweit.
Vertreter von Union, Grünen und Linken stimmten darin überein, dass Schulgewalt ein ernstzunehmendes Problem sei. Gleichzeitig kritisierten sie die AfD für eine vereinfachende Ursachenzuschreibung. Die Anträge wurden schließlich zur weiteren Prüfung an die zuständigen Ausschüsse überwiesen.
Die Debatte offenbarten tiefe Gräben bei der Frage nach den Ursachen von Schulgewalt. Während die AfD migrationspolitische Lösungen forderte, betonten andere Parteien bildungs- und sozialpolitische Faktoren. Die Thematik wird nun in den parlamentarischen Gremien vertieft untersucht.






