23 May 2026, 04:21

ifo-Chef Fuest warnt vor jahrelanger Stagnation: "Deutschland steckt in der tiefsten Krise"

Ifo-Präsident Fuest sieht Bundesregierung auf 'Kollisionskurs'

ifo-Chef Fuest warnt vor jahrelanger Stagnation: "Deutschland steckt in der tiefsten Krise"

Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, hat eine drastische Warnung vor der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands ausgesprochen. In einem Interview mit dem Handelsblatt beschrieb er das Land als gefangen in einer tiefen Krise, ohne erkennbare Anzeichen einer Erholung. Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Sorge über wirtschaftliche Stagnation und verpasste Reformchancen wächst.

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Fuest betonte, dass die deutsche Wirtschaftsleistung seit 2019 unverändert geblieben sei – ein Zeitraum von sieben Jahren ohne Wachstum. Den jüngsten leichten Anstieg des ifo Geschäftsklimaindex bezeichnete er als trügerisch und argumentierte, dieser spiegle nicht das Ausmaß des Abschwungs wider.

Mit Verweis auf Italiens langjährige Stagnation warnte er, Deutschland könnte sich von dem aktuellen wirtschaftlichen Schock möglicherweise nie vollständig erholen. Zudem unterstützte er die Erkenntnisse der britischen Denkfabrik Centre for European Reform, die Deutschland als „Epizentrum des zweiten China-Schocks“ bezeichnete.

Der Ökonom unterstrich, dass dieser Sommer die letzte Gelegenheit für die Regierung sein könnte, dringend notwendige Reformen durchzusetzen. Er kritisierte die Wachstumsstrategie von Bundeskanzler Friedrich Merz scharf und erklärte, diese habe nach einem Jahr keine Ergebnisse vorzuweisen. Fuest warnte zudem, die öffentlichen Finanzen befänden sich auf einem unhaltbaren Kurs und bergen das Risiko weiterer Instabilität.

Zur möglichen Entscheidung von Volkswagen, in Deutschland elektrisch betriebene Autos chinesischer Entwicklung zu produzieren, bemerkte er, das Land solle sich bereits glücklich schätzen, wenn überhaupt noch Produktion im Land bleibe.

Fuests Aussagen zeichnen ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Ohne sofortige Reformen drohen dem Land anhaltende Stagnation, finanzielle Belastungen und ein schwindender Industriestandort. Seine Warnungen unterstreichen den Druck auf die Politik, zu handeln, bevor sich das Fenster für Veränderungen schließt.

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