IG-BCE-Chef fordert radikale Steuerreform: Reiche sollen mehr zahlen
Sebastian FischerIG-BCE-Chef fordert radikale Steuerreform: Reiche sollen mehr zahlen
Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE, hat weitreichende Reformen des deutschen Steuersystems gefordert. In einem Interview mit der Rheinischen Post schlug er neue Abgaben für Vermögende vor, um öffentliche Investitionen zu finanzieren. Seine Pläne umfassen eine Vermögenssteuer, höhere Erbschaftssteuern sowie Anpassungen bei den Einkommensteuersätzen für Spitzenverdiener und die Mittelschicht.
Vassiliadis will eine Vermögenssteuer auf Einkommen ab 200.000 Euro einführen. Zudem regte er an, den Spitzensteuersatz um zwei bis drei Prozentpunkte anzuheben – aktuell liegt er bei 42 Prozent. Um die Mittelschicht zu entlasten, schlug er vor, die Grenze für die höchste Steuerstufe auf etwa 100.000 Euro Bruttojahreseinkommen anzuheben.
Der Gewerkschaftschef argumentierte, dass Superreiche stärker zur Finanzierung von Infrastruktur- und Verteidigungsprojekten beitragen sollten. Schließlich profitierten sie am meisten von einer starken Wirtschaft und müssten daher mehr leisten. Zwar räumte er ein, dass Unternehmen höhere Steuern auf Betriebsvermögen kritisch sehen, doch forderte er gleichzeitig strengere Erbschaftssteuern, um Schlupflöcher zu schließen.
Vassiliadis betonte, dass die Mittelschicht derzeit übermäßig stark belastet werde. Er bekräftigte die Forderung der Gewerkschaft nach einem linear-progressiven Steuersystem, bei dem Geringverdiener kaum oder gar keine Steuern zahlen. Seine Vorschläge zielen darauf ab, die Reichen stärker in die Pflicht zu nehmen und gleichzeitig die Durchschnittsverdiener zu entlasten.
Die Pläne würden für Spitzenverdiener höhere Steuern und strengere Regeln für vererbtes Vermögen bedeuten. Gleichzeitig könnte die Mittelschicht mit einer geringeren Steuerlast rechnen. Vassiliadis’ Konzept setzt darauf, öffentliche Leistungen durch gezielte Abgaben auf die höchsten Einkommen und Vermögen zu finanzieren.






