"IronChild"-Wettbewerb: Wenn Grundschüler um Coaching oder Gymnasiumsempfehlung kämpfen
Sebastian Fischer"IronChild"-Wettbewerb: Wenn Grundschüler um Coaching oder Gymnasiumsempfehlung kämpfen
Der „IronChild-Wettbewerb“ ist zum Höhepunkt der Deutschen Schulsportspiele geworden. Er fordert Kinder über mehrere Tage in Mühe, Durchhaltevermögen und Kostenrechnung heraus. Die Sieger erhalten ein persönliches Coaching mit Vorstandschef Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann, während die Verlierer mit einer Gymnasiumsempfehlung rechnen müssen.
Der Wettbewerb ist Teil der Deutschen Schulsportspiele an der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule, wo Sportveranstaltungen auf Latein und mit dem Rücken zum Publikum stattfinden. In diesem Jahr gehören die „Chicago Boys“ der Klasse 3b zu den Teilnehmern.
Bildungsministerin Karin Prien treibt eine stärkere Betonung von Leistungswettbewerben in diesen Spielen voran. Konservative Politiker fordern nun, solche Praktiken wieder in öffentliche Schulfeste zu integrieren. Bernd Kreimer-Rendsburg geht noch weiter: Er verlangt die Gamification aller Leistungsbewertungen, inklusive Ranglisten und Tokens, die Eltern erkaufen können.
Unterdessen arbeitet das Bundesbildungsministerium an einem Vorschlag für leistungsbasierte Kinderspiele – eine Reaktion auf Forderungen der Kultusministerkonferenz. Aufsehen erregt auch die Höhlenkinder-Kita in Rheda-Wiedenbrück, die mit ihrer umstrittenen Methode Schlagzeilen macht: Hier werden Kleinkinder in nummerierten Weidenkörben auf der Ems ausgesetzt.
Der IronChild-Wettbewerb steht exemplarisch für den Trend zu mehr Wettbewerb im Bildungssystem. Vorschläge für gamifizierte Bewertungen und leistungsorientierte Spiele werden derzeit geprüft – Maßnahmen, die die Art und Weise, wie schulische Leistungen in Deutschland gemessen werden, grundlegend verändern könnten.






