Italo fordert radikale Reformen bei der Vergabe von Schienenkapazitäten in Deutschland
Philipp FischerItalo fordert radikale Reformen bei der Vergabe von Schienenkapazitäten in Deutschland
Italo drängt auf grundlegende Reformen des deutschen Trassenvergabe-Systems
Der private Hochgeschwindigkeitszugbetreiber Italo fordert weitreichende Änderungen bei der Vergabe von Schienenkapazitäten in Deutschland. Das Unternehmen verlangt klarere Regeln und garantierte Kapazitäten für neue Marktteilnehmer. Aktuell findet beim Bundesnetzagentur eine öffentliche Anhörung zu dem Thema statt.
Erst kürzlich hatte Italo ehrgeizige Expansionspläne für den deutschen Markt angekündigt. Doch bevor der Betrieb aufgenommen werden kann, braucht das Unternehmen Planungssicherheit bei den Zugtrassen. Firmenchef Luca Cordero di Montezemolo hat eine Frist gesetzt: Bis Ende Mai sollen die Reformen beschlossen sein.
Italo pocht auf eine garantierte Mindestquote an Schienenkapazitäten für Neueinsteiger. Zudem besteht das Unternehmen auf langfristige Vereinbarungen zur Trassenvergabe – statt sich mit Restkapazitäten begnügen zu müssen. Darüber hinaus argumentiert Italo, dass neue Betreiber fairen Zugang zu Bahnhofsanlagen und kommerziellen Flächen erhalten sollten.
Die Zeit wird für Italo knapp. Bis Juni muss das Unternehmen den endgültigen Vertrag mit Siemens unterzeichnen, um die Produktionsfristen einzuhalten. Der Konzern, der mit Kapazitätsengpässen kämpft, baut derzeit die neuen Züge, die Italo bestellt hat. Ohne klare Zusagen für den Schienenzugang riskiert Italo Verzögerungen bei seinem Deutschlandstart.
An der Anhörung beteiligen sich neben Italo auch die Deutsche Bahn und Flixtrain. Alle drei diskutieren, wie das deutsche Schienennetz Platz für neue Wettbewerber schaffen soll. Sollten die Reformen umgesetzt werden, könnte Italo in Deutschland einen stabilen Fahrplan sichern. Die Änderungen würden zudem ein Präzedenzfall für andere neue Zugbetreiber sein. Das Ergebnis der Anhörung wird entscheiden, ob Italo die Juni-Frist mit Siemens einhalten kann.






