22 March 2026, 14:19

Klimaprotest gegen LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Aktivisten klagen gegen fossile Pläne

Eine Gruppe von Menschen geht eine Straße entlang und hält ein gelbes "Wähle für das Klima"-Plakat hoch, mit Ballons, Schildern, Fahrrädern, Bäumen, Laternenpfählen, Gebäuden und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Klimaprotest gegen LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Aktivisten klagen gegen fossile Pläne

Rund 80 Klimaaktivistinnen und -aktivisten versammelten sich am Hooksiel-Außenhafen, um gegen das geplante Flüssigerdgas-Terminal (LNG) in der Nähe von Wilhelmshaven zu protestieren. Die Kundgebung, die in Sichtweite des riesigen Regasifizierungsschiffs Höegh Esperanza stattfand, richtete sich gegen das, was die Demonstranten als Rückschritt in der deutschen Energiepolitik bezeichnen.

Hinter dem Protest steht ein Bündnis aus der Deutschen Umwelthilfe (DUH), lokalen Gruppen von BUND und NABU sowie Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future. Sie argumentieren, dass das Projekt die Klimaziele untergräbt und die Region langfristig von fossilen Brennstoffen abhängig macht.

Die Demonstration fand in unmittelbarer Nähe zur Höegh Esperanza statt, einer schwimmenden Lager- und Regasifizierungseinheit von fast 300 Metern Länge und 50 Metern Breite. Die Aktivisten wählten den Ort bewusst, um die Dimensionen des LNG-Projekts und die damit verbundenen Umweltgefahren zu veranschaulichen. Martin Lüdders, Kampagnenmitarbeiter bei Fridays for Future, erklärte vor den Versammelten, Wilhelmshaven sei "die vom Klimawandel am stärksten bedrohte Region Deutschlands". Er warf der Bundesregierung vor, durch den Ausbau fossiler Infrastruktur die "Energiewende zu sabotieren".

Das Bündnis hat inzwischen Klage gegen den Bebauungsplan Nr. 225 eingereicht und verweist dabei auf Mängel im städtebaulichen Verfahren sowie geplante Änderungen im Naturschutzrecht. Milena Pressentin von der DUH bezeichnete das Projekt als "feinste Ökowäsche" und betonte, es handele sich im Kern um ein fossiles LNG-Terminal für den Import von Erdgas. Sie warnte, dass die Interessen der fossilen Energiewirtschaft nicht am Standort Voslapper Groden-Nord haltmachen, sondern weiter in geschützte Gebiete vordringen würden.

Seit 2022 hat Deutschland vier LNG-Terminals an der Nord- und Ostseeküste in Betrieb genommen. Befürworter wie der Wilhelmshavener Stadtplanungschef Niksa Marusic argumentieren, dass Anpassungen der Flächennutzungspläne und Bauvorschriften sowohl die Energiesicherheit als auch die Klimaziele stärken würden. Doch der Klimarisikoindex stuft die Nordseeküste als besonders gefährdet durch steigende Meeresspiegel, Sturmfluten, extreme Hitze und Wasserknappheit ein – Risiken, die nach Ansicht der Aktivisten durch das LNG-Terminal noch verschärft werden.

Die rechtliche Auseinandersetzung und der öffentliche Widerstand spiegeln einen wachsenden Konflikt um die deutsche Energiestrategie wider. Während bereits vier LNG-Terminals in Betrieb sind, stößt das Projekt in Wilhelmshaven auf den Widerstand von Umweltschutzgruppen, die es als unvereinbar mit dem Klimaschutz ansehen. Der Streit wird nun vor Gericht ausgetragen, wo das Bündnis gegen die Änderungen der Bauleitplanung und Naturschutzbestimmungen klagen wird.

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