16 March 2026, 10:18

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Tradition oder finanzielle Notwendigkeit?

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Tradition oder finanzielle Notwendigkeit?

Kölner Dom: Eintrittsgeld sorgt für Streit um Zugänglichkeit und Tradition

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, zieht jährlich sechs Millionen Besucher an. Bekannt als Aufbewahrungsort der Reliquien der Heiligen Drei Könige, war das Wahrzeichen seit jeher für alle kostenlos zugänglich. Nun haben Pläne zur Einführung eines Eintrittsgelds eine kontroverse Debatte ausgelöst.

In den vergangenen Jahren stießen Vorschläge für Eintrittsgebühren an bedeutenden deutschen historischen und religiösen Stätten oft auf heftigen Widerstand. 2023 erwog der Kölner Dom eine Gebühr von fünf Euro, zog den Plan jedoch nach öffentlichen Protesten und einer Petition mit über 100.000 Unterschriften zurück. Auch der Aachener Dom testete 2024 Eintrittsgelder – nur um sie nach massiver Kritik von Anwohnern, Touristen und Denkmalschützern wieder zurückzunehmen.

Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin des Kölner Doms, übt scharfe Kritik an den aktuellen Plänen. Sie bezeichnete den Vorstoß als "sehr problematisch" und warnte, dass Gebühren den Zugang auf wohlhabendere Besucher beschränken könnten. Schock-Werner betonte zudem, dass Eintrittsgelder Touristen abschrecken und den offenen, einladenden Charakter der Kathedrale verändern würden.

Zwar erkannte sie den Bedarf nach zusätzlichen Einnahmen an, argumentierte jedoch, dass Gebühren die kulturelle und spirituelle Bedeutung des Doms für die Stadt schwächen könnten. Trotz der Kontroverse planen die Verantwortlichen nun, in der zweiten Jahreshälfte eine Gebühr einzuführen – die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest.

Die geplante Eintrittsgebühr markiert einen Einschnitt für den Kölner Dom, der jahrhundertelang als kostenlos zugängliches öffentliches Denkmal galt. Sollte die Änderung umgesetzt werden, könnte sie die Besucherzahlen verändern und das Verhältnis des Bauwerks zur Stadt neu prägen. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, ob künftig die Zugänglichkeit oder die finanziellen Erfordernisse Vorrang haben.

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